Delta - UFC200 DC Charger

Delta - UFC200 DC Charger


Diese Anleitung beschreibt Schritt für Schritt, wie die Anbindung einer Delta UFC200 DC Charger Ladestation in das energielenker Lastmanagement-System Lobas oder das Home Energy Management System Enbas erfolgt. Sie richtet sich an Installateure, Systemintegratoren und Administratoren und unterstützt dich dabei, alle relevanten Einstellungen korrekt vorzunehmen und typische Fehlerquellen zu vermeiden. Im Folgenden ist mit der Bezeichnung "energielenker System" das HEMS Enbas und das LMS Lobas gemeint, sofern die Schritte für beide Produkte gleich sind.

1. Allgemeine Voraussetzungen

  1. Zugang zur Ladestation (Sofern noch auf Werkseinstellungen)
    1. Benutzername: service
    2. Passwort: Wird vom Hersteller mitgeliefert
  2. Kompatible Firmware-Version (https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/)
  3. Unterstützte energielenker Systeme: Lobas
  4. Feste IP-Adresse für die Ladestation
  5. Zugang zum energielenker System per IP-Adresse oder energielenker connect App. (IP-Adresse ist auf dem Display des Geräts zu sehen)
  6. Admin-Zugangsdaten für das energielenker System

Verfügbare Konfigurationsmöglichkeiten

❌ Lokales Web-UI der Ladestation
✅ Cloud-Web Portal des Herstellers
❌ Smartphone-App des Herstellers
❌ Windows-Konfigurations-App des Herstellers

Info
Anmerkungen
Zugriff auf das Service-Inteface (Web-UI) mittels Ethernet-Direktverbindung oder Mobilfunk.

Sofern die Ersteinrichtung unter Mobilfunk läuft, finden Sie die Etherneteinstellungen der Ladesäule unter “WAN”. Dort können Sie anschließend der Ladesäule eine feste, statische IP vergeben, um die Ladelsäule über diese IP per Web-UI zu konfigurieren.

Komponentenanbindung

Anbindung der Ladestation via OCPP

OCPP Version: 1.6-J
LMB Version: 1.15.6-b

Unterstützte Features

Die verfügbaren Features des Ladepunkts variieren je nach eingesetzter Kommunikationsschnittstelle.
  1. ✅ Granulare Sollwertregelung: Jeder einzelne Ladepunkt einer Ladestation kann individuell geregelt werden – im Gegensatz zu Systemen, die nur eine ladestationsweite Sollwertvorgabe erlauben.
  2. ✅ Pausierbarkeit des Ladevorgangs: Ladevorgänge an einzelnen Ladepunkten können vollständig pausiert werden – im Gegensatz zu Ladestationen, die zwar den Ladestrom regeln, aber keine vollständige Unterbrechung des Stromflusses zum Elektrofahrzeug erlauben.
  3. (✅) Phasenschieflastmonitoring: Ladepunkte, die eine Phasenschieflast verursachen, können gezielt erkannt und deren Ladestrom reduziert werden – relevant ausschließlich bei AC-Ladepunkten, da DC-Ladepunkte das Verteilnetz in der Regel gleichmäßig auf allen drei Phasen belasten.
  4. ✅ Zentrale Benutzerverwaltung (RFID): Eine zentrale Nutzerverwaltung ist nur bei OCPP-Anbindung der Ladestation möglich – einige Ladestationen übermitteln RFIDs nur, wenn diese zusätzlich lokal auf der Station hinterlegt sind, was eine zentrale Verwaltung verhindert.
  5. ✅ Ladevorgangstracking: Ladevorgänge an den Ladepunkten der Ladestation können vollständig nachverfolgt werden.

Benötigte Voraussetzungen

  1. Die minimale Firmware-Version, die auf der Ladestation installiert sein muss, ist in unserer aktuellen Kompatibilitätsliste dokumentiert: https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/

Konfiguration in der Ladestation

Kommunikation via OCPP1.6-J von der Ladestation zum energielenker System aufbauen
  1. Als Verbindungstyp sollte Ethernet gewählt werden, damit die Ladestation die Kommunikation über die Ethernet-Schnittstelle mit dem energielenker System aufbaut.
  2. Als OCPP Modus muss OCPP-J 1.6 gewählt werden.
  3. Im Feld URL des Backends muss die IP-Adresse des energielenker Systems im Netzwerk eingestellt werden. Die Eingabe muss sich wie folgt zusammensetzen: ws://<energielenker System-IP>:19520
  4. Die OCPP ChargeBoxIdentity (ChargepointID) kann nach Belieben angepasst werden, diese muss später im energielenker System angegeben werden.
Unter den Connection Parameters muss unter CsAddress die URL des energielenker Systems angegeben werden

Connection Parameter  - Menü Ansicht:
2

Step-by-Step: Konfiguration im Lastmanagement

1. Ladepunkt anlegen
  1. Lobas: Neuen Ladepunkt anlegen
2. Kommunikationseinstellungen
  1. Wähle als Kommunikationsart OCCP
  2. Gebe die in der Ladestation vergebene Charge Point ID in das Feld Charge Point ID ein
  3. Da die Ladestation über mehrere Ladepunkte verfügt, muss die Connector ID für den Ladepunkt vergeben werden.
    1. Die Connector ID dient zur Nummerierung der Ladepunkt der Ladestation
  4. Bitte achten Sie genau auf Ihre in der Ladestation konfigurierten Plugs. In der Ladestation sind die Plugs 0 bis 4 DC Ladepunkten vorbehalten und Plug 5 bis 8 sind AC Ladepunkten vorbehalten.
  5. Die Ladestation übermittelt die Connector ID über OCPP mit dem Faktor +1. 
    1. D.h. Plug 0 = Connector ID 1, Plug 1 = Connector ID 2, Plug 2 = Connector ID 3 etc.

3. Komponentenkonfiguration / Gerätekonfiguration
Nehme die elektrischen Einstellungen für das Gerät vor. Bei Lobas heißt dieser Abschnitt Gerätekonfiguration und bei Enbas heißt dieser Komponentenkonfiguration.
  1. Lobas: Wähle Delta UFC200 DC Charger bei Gerätetyp

Als Min. Ladestrom ist der Stromwert einzutragen, den das Lastmanagement als minimalen Wert dem Ladepunkt als Sollwert vorgibt. Dieser ist standardmäßig auf 10,15A einzustellen. Dieser Wert bezieht sich AC-seitig auf eine Phase und ergibt DC-seitig normiert ca. 7kW Wirkleistung. 
Der im Lastmanagement zu konfigurierende Max. Ladestrom muss AC-seitig einphasig umgerechnet angegeben werden. Hat ein Ladepunkt bspw. eine maximale Leistung von 150kW, ergibt sich der zu konfigurierende Max.  Ladestrom  im Lastmanagement zu 217,3A:
150000W / 3 / 230V ≈ 217A
Im Feld Phasen muss L1, L2 ,L3 eingetragen werden, da DC-Ladepunkte alle drei Phasen Verteilernetz-seitig gleich belasten.
Im Feld Phasenrotation kann ein beliebiger Wert eingestellt werden, da Phasenrotation bei DC-Ladepunkten keinen Effekt hat.

Hinweis : Die Station übermittelt die sog. MeterValues für die AC-Ladepunkte so, dass der Lobas nicht bestimmen kann, auf welcher Phase geladen wird. Aus diesem Grund sollte die Phasenerkennung zwingend fest auf L1, L2, L3 eingestellt werden. Im Feld Phasenrotation muss die reale Phasenrotation, mit der die Ladestation an der elektrische Verteilungsnetz vor Ort angeschlossen ist. Diese Angabe bezieht sich auf die Rotation der Phasen zwischen Anschlussklemme in der Ladestation und den angeschlossenen Phasen am Netzverknüpfungspunkt.

Troubleshooting bei OCPP 

Fehlerbild: Der Lobas zeigt Verbindung fehlerhaft an, oder keine Verbindung zu einem Connector der Ladesäule.
  1. Ursache: Die Connector IDs können frei zugewiesen werden. D.h. die Connector ID im Lobas muss der in Ladegerät konfigurierten entsprechen. Connector ID 0 bis 4 sind DC Ladepunkten vorbehalten Connector ID 5 bis 8 sind AC Ladepunkten vorbehalten. Im Beispiel sind 0,3,6 konfiguriert. 0 = DC CCS Links, 3 = DC CCS Rechts, 6 = AC
  2. Ab dem Softwarestand 3.7.0 werden die Connectoren der Ladesäule über OCPP nicht übermittelt, wie diese eigentlich eingestellt sind in der Ladesäule.
  3. HW/SW-Version: 3.7.0
  4. Fehlerbehebung: WICHTIG! Die Ladestation übermittelt die Plug IDs immer mit einem +1!
    1. D.h. im Lobas ist Plug 0 = Connector 1, Plug 3 = Connector 4, Plug 6 = Connector 7 
Fehlerbild: Die Connector ID im Abrechnungsbackend stimmt nicht, mit der im Lobas eingestellten ID überein.
  1. Ursache
  2. HW/SW-Version:
  3. Lobas Version 2.4.0
  4. Ladestation Version 3.7.0
  5. Fehlerbehebung: Beim OCPP Forwarding übermittelt der Lobas dem Backend die Plugs fortlaufend von 1. Plug 1 = 1, Plug 3 = 2, Plug 6 = 3.
    1. D.h. Sie müssen in dem Backend die ID, die der Lobas übermittelt verwenden, statt die Connector ID.

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