Walther Werke - basicEVO PRO

Walther Werke - basicEVO PRO

Diese Anleitung beschreibt Schritt für Schritt, wie die Anbindung einer Walther Werke - basicEVO PRO Ladestation in das energielenker Lastmanagement-System Lobas oder das Home Energy Management System Enbas erfolgt. Sie richtet sich an Installateure, Systemintegratoren und Administratoren und unterstützt dich dabei, alle relevanten Einstellungen korrekt vorzunehmen und typische Fehlerquellen zu vermeiden. Im Folgenden ist mit der Bezeichnung "energielenker System" das HEMS Enbas und das LMS Lobas gemeint, sofern die Schritte für beide Produkte gleich sind.

1. Allgemeine Voraussetzungen

  1. Zugang zur Ladestation (Sofern noch auf Werkseinstellungen)
  2. Kompatible Firmware-Version (https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/)
  3. Unterstützte energielenker Systeme: Lobas, Enbas
  4. Feste IP-Adresse für die Ladestation
  5. Zugang zum energielenker System per IP-Adresse oder energielenker connect App. (IP-Adresse ist auf dem Display des Geräts zu sehen)
  6. Admin-Zugangsdaten für das energielenker System

Verfügbare Konfigurationsmöglichkeiten

❌ Lokales Web-UI der Ladestation
❌ Cloud-Web Portal des Herstellers
❌ Smartphone-App des Herstellers
❌ Windows-Konfigurations-App des Herstellers
✅ Dip-Schalter

Info
Anmerkungen
An einem seriellen Bus können max. 16 Ladestationen angebunden werden, da nur BUS-IDs von 1 bis 16 intern in den Ladestationen vergeben werden können.

Komponentenanbindung

Anbindung der Ladestation via Modbus RTU

Unterstützte Features

Die verfügbaren Features des Ladepunkts variieren je nach eingesetzter Kommunikationsschnittstelle.
  1. ✅ Granulare Sollwertregelung: Jeder einzelne Ladepunkt einer Ladestation kann individuell geregelt werden – im Gegensatz zu Systemen, die nur eine ladestationsweite Sollwertvorgabe erlauben.
  2. ✅ Pausierbarkeit des Ladevorgangs: Ladevorgänge an einzelnen Ladepunkten können vollständig pausiert werden – im Gegensatz zu Ladestationen, die zwar den Ladestrom regeln, aber keine vollständige Unterbrechung des Stromflusses zum Elektrofahrzeug erlauben.
  3. ❌ Phasenschieflastmonitoring: Ladepunkte, die eine Phasenschieflast verursachen, können gezielt erkannt und deren Ladestrom reduziert werden – relevant ausschließlich bei AC-Ladepunkten, da DC-Ladepunkte das Verteilnetz in der Regel gleichmäßig auf allen drei Phasen belasten.
  4. ❌ Zentrale Benutzerverwaltung (RFID): Eine zentrale Nutzerverwaltung ist nur bei OCPP-Anbindung der Ladestation möglich – einige Ladestationen übermitteln RFIDs nur, wenn diese zusätzlich lokal auf der Station hinterlegt sind, was eine zentrale Verwaltung verhindert.
  5. ❌ Ladevorgangstracking: Ladevorgänge an den Ladepunkten der Ladestation können vollständig nachverfolgt werden.

Benötigte Voraussetzung

  1. Die minimale Firmware-Version, die auf der Ladestation installiert sein muss, ist in unserer aktuellen Kompatibilitätsliste dokumentiert: https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/
  2. Die Ladestation muss eine feste IP-Adresse haben.

Step-by-Step: Konfiguration an der Ladestation

1. Die Maximale Stromgrenze der Ladestation einstellen.
  1. Die Maximale Stromgrenze der Ladestation kann nur über den Dip-Schalter eingestellt werden.
  2. Die Einstellung des min. und max. Ladestrom über Dip-Schalter S1 und S3.
  3. Dabei ist die Schalterstellung die folgende: 0 = 6 A. 5…9 = 16 A.

2. In der Ladestation kann keine Phasenrotation konfiguriert werden.
Somit muss die Phasenrotation der Ladestation korrekt im Lastmanagement eingestellt werden.

3. Modbus RTU aktivieren
  1. Jede Wallbox ist nach 10 Sekunden nach “Power On” bereit ein Modbus-Kommando entgegenzunehmen.
  2. Die letzte Wallbox im Bus muss den Abschlusswiderstand S6/2 aktiviert haben. Bei allen anderen muss dieser deaktiviert sein.
  3. Über S4 wird die Bus-ID der jeweiligen Wallbox eingestellt.

Step-by-Step: Konfiguration am energielenker System

1. Ladepunkt anlegen
  1. Lobas: Neuen Ladepunkt anlegen
  2. Enbas: Verbinden eines Ladepunkts mit Enbas
2. Kommunikationseinstellungen
  1. Wähle als Kommunikationsart Modbus RTU
  2. Die Ladestation hat folgende Bus-Parameter:
    1. Baudrate: 19200
    2. Datenbits: 8
    3. Parität: Even
    4. Stopbits: 1

3. Komponentenkonfiguration / Gerätekonfiguration
Nehme die elektrischen Einstellungen für das Gerät vor. Bei Lobas heißt dieser Abschnitt Gerätekonfiguration und bei Enbas heißt dieser Komponentenkonfiguration.
  1. Enbas: Wähle den Walther Werke - basicEVO PRO bei Hersteller & Typ
  2. Lobas: Wähle Walther Werke - basicEVO PRO bei Gerätetyp
Als Min. Ladestrom ist der Stromwert einzutragen, den das Lastmanagement als minimalen Wert dem Ladepunkt als Sollwert vorgibt. Standardmäßig ist dieser auf 8A eingestellt, da es einzelne E-Fahrzeuge, die erst ab einem Wert von 8A den Ladevorgang beginnen.
Um eine optimierte Ladestromfreigabe über die gesamte Ladeinfrastruktur zu erreichen, kann der min. Ladestrom auf 6A angepasst, solange es keine Probleme mit einzelne E-Fahrzeugen gibt.Der eingestellte Wert im Lastmanagement muss immer größer gleich dem in der Ladestation eingestellten min. Ladestrom sein, da es sonst zu Fehler in der Ladestation kommen kann.

Der im Lastmanagement konfigurierte Max. Ladestrom sollte dem in der Ladestation konfigurierten max. Ladestrom entsprechen. Der Max. Ladestrom im Lastmanagement muss immer kleiner gleich dem max. Ladestrom in der Ladestation sein, da es sonst in der Ladestation zu Fehlern kommen kann.
Im Feld Phasen sollte Ermitteln eingetragen werden. Dadurch kann das energielenker System automatisch aus den Ladestrom-Daten der Ladestation ermitteln, ob das angeschlossene E-Fahrzeug ein-, zwei- oder dreiphasig lädt.

In der Ladestation kann keine Phasenrotation konfiguriert werden.
Somit muss die Phasenrotation der Ladestation korrekt im Lastmanagement eingestellt werden.

Troubleshooting: Modbus-RTU-Verbindung

Fehlerbild

Bei Auslieferung der Ladestation ist das Register 257 (Modbus-Master Watchdog Timeout in ms) auf 10.000 ms gesetzt.
Erfolgt innerhalb von 10 Sekunden keine Modbus-Anfrage, wechselt die Wallbox in den Fehlerzustand.

Symptome:
  1. Weiß/blauer Blinkcode
  2. Charging State 10
Ursache
Nicht vorhanden bzw. systembedingt durch den gesetzten Watchdog-Wert.

HW-/SW-Version
Nicht spezifiziert.

Fehlerbehebung
Der Watchdog-Wert kann testweise manuell angepasst werden:
  1. 60.000 ms (1 Minute) oder
  2. 0 (Watchdog deaktiviert)
Hinweis:
Lobas nutzt dieses Register aktiv.
Bei der Initialisierung der Ladestationskonfiguration oder z. B. über den Button „Gerät zurücksetzen“ in Lobas wird der Wert 65.535 in das Register geschrieben.

Fehlerbild

Keine oder instabile Modbus-RTU-Kommunikation zwischen den seriell angebundenen Geräten.

Ursache
Unterschiedliche Baudraten auf dem Modbus-Bus.

HW-/SW-Version
Nicht spezifiziert.

Fehlerbehebung
Auf dem gesamten Modbus-RTU-Bus muss eine einheitliche Baudrate konfiguriert sein.
Das betrifft alle seriell angebundenen Geräte, z. B.:
  1. Zähler
  2. LIS
  3. weitere Modbus-Teilnehmer
Alle Geräte müssen mit derselben Baudrate betrieben werden.

Anmerkungen

Info
Beim Pausieren des Ladevorgangs durch ein externes Lastmanagement (Lobas) gibt die Wallbox kurz via LED-Blinken die Fehleranzeige Kommunikationsfehler aus. Das kann nicht durch verschiedene Sperr-Routinen (bspw. durch den Remote-Lock) vermieden werden.


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