Diese Anleitung beschreibt Schritt für Schritt, wie die Anbindung einer Kempower - Power Unit C80x + Satellite STC Ladestation in das energielenker Lastmanagement-System Lobas erfolgt. Sie richtet sich an Installateure, Systemintegratoren und Administratoren und unterstützt dich dabei, alle relevanten Einstellungen korrekt vorzunehmen und typische Fehlerquellen zu vermeiden.
1. Allgemeine Voraussetzungen
- Kompatible Firmware-Version (https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/)
- Unterstützte energielenker Systeme: Lobas
- Zugang zum Lobas per IP-Adresse
- Admin-Zugangsdaten für das Lobas
Verfügbare Konfigurationsmöglichkeiten
✅ Lokales Web-UI der Ladestation (Zugriff nur über die LS-internen Netzwerk-Ports und IPs möglich)
✅ Cloud-Web-Portal des Herstellers (Kempower-Management-Cloud)
❌ Smartphone-App des Herstellers
❌ Windows-Konfigurations-App des Herstellers
Komponentenanbindung
Anbindung der Ladestation via OCPP
OCPP Version: 1.6-J
Unterstützte Features
Die verfügbaren Features des Ladepunkts variieren je nach eingesetzter Kommunikationsschnittstelle.
- ✅ Granulare Sollwertregelung: Jeder einzelne Ladepunkt (Satellite) des modularen Systems kann über die jeweilige Connector-ID individuell geregelt werden.
- ✅ Pausierbarkeit des Ladevorgangs: Ladevorgänge an einzelnen Ladepunkten können vollständig pausiert werden.
- ❌ Phasenschieflastmonitoring: Nur relevant bei AC-Ladepunkten. Als DC-Ladepunkt belastet das System das Verteilnetz in der Regel gleichmäßig auf allen drei Phasen.
- ✅ Zentrale Benutzerverwaltung (RFID): Die Authentifizierung in der Ladestation muss aktiviert sein, damit MeterValues sowie User-ID/Transaction-ID übermittelt werden. Empfohlen wird die Authorization Method "RFID identification" über den RFID-Reader am Satellite; alternativ kann "AutoCharge" aktiviert werden, wodurch die MAC-Adresse als User-ID via OCPP übermittelt wird.
- ✅ Ladevorgangstracking: Ladevorgänge an den Ladepunkten können über das lokale Transaktionsprotokoll vollständig nachverfolgt werden.
- ✅ SOC (State of Charge): Der Ladezustand des Fahrzeugs wird über OCPP an das Lobas übermittelt.
Benötigte Voraussetzungen
- Konfigurationszugriff auf die EVSE mittels der Kempower-Management-Cloud oder lokalem Konfigurationszugriff.
- Lobas muss eine feste IP-Adresse im lokalen Netzwerk besitzen.
- An der Ladestation muss der externe Ethernet-Port aktiviert sein und eine feste IP-Adresse im gleichen Subnetz wie das Lastmanagementsystem Lobas besitzen. Zusätzlich muss an der Ladestation der korrekte externe Ethernet-Port an dasselbe Netzwerk angeschlossen sein.
- Die minimale Firmware-Version, die auf der Ladestation installiert sein muss, ist in unserer aktuellen Kompatibilitätsliste dokumentiert: https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/
Step-by-Step: Konfiguration in der Ladestation
1. Die maximale Stromgrenze der Ladestation einstellen.
Die max. Gesamt-Leistung des modularen Systems aus PowerUnits und Satelliten einstellen. Diese sollte vom Kunden bereits in der Kempower-Management-Cloud konfiguriert sein.
Da es sich um ein DC-System handelt, ist keine Phasenrotation in der Ladestation zu konfigurieren.

2. Nicht benötigte Schnittstellen und Funktionen der Ladestation deaktivieren
Um Störeinflüsse für das Lastmanagement ausschließen zu können, sollten diese abgeschaltet werden.
- In der Ladestation muss FairShare aktiviert werden, da sonst die Lastverteilung des Lastmanagements mit der ladestationsseitigen Lastverteilung kollidieren könnte.
3. Kommunikation via OCPP1.6-J von der Ladestation zum energielenlker System aufbauen
- Ethernet aktivieren und eine IP-Adresse im gleichen Subnetz wie das Lastmanagement konfigurieren und speichern.
- OCPP-Backend aktivieren. Als Endpoint-URL ist ws://<Lobas-IP>:19520 einzutragen.
- Die Charge Point Identity muss vollständig gelöscht und erneut eingegeben werden. Andernfalls sendet die Ladestation via OCPP zusätzliche Steuerzeichen mit, was die Dekodierung des Werts im Lastmanagement stört.
- Als Kommunikationsschnittstelle für das Routing der OCPP-Kommunikation wird Ethernet empfohlen, da kundenseitig üblicherweise eine lokale Verbindung zum Lastmanagement aufgebaut wird.
4. Autorisierung aktivieren
- Die Authentifizierung in der Ladestation zwingend aktivieren, da die Ladestation sonst keine MeterValues und keine User-ID/Transaction-ID übermittelt.
- "Wait for Authorization" aktivieren, damit der Ladevorgang erst beginnt, wenn das Lastmanagment ihn freigibt.
- Als Authorization Method wird "RFID identification" empfohlen (Freischaltung über den RFID-Reader an der Ladestation). Alternativ kann "AutoCharge" genutzt werden, wodurch die MAC-Adresse als User-ID übermittelt wird. Eine der beiden Optionen muss aktiviert sein, da sonst die Kommunikation mit dem Lastmanagment nicht funktioniert.
Step-by-Step: Konfiguration im Lastmanagement
1. Ladepunkt anlegen
- Lobas: Neuen Ladepunkt anlegen
2. Kommunikationseinstellungen
- Wähle als Kommunikationsart OCPP.
- Trage die in der Ladestation konfigurierte Charge Point ID in das Feld Charge Point ID ein.
- Die Connector-ID entspricht der Nummer des Ladepunkts (Satellite) an der Ladestation und beginnt bei 1.
3. Komponentenkonfiguration / Gerätekonfiguration
Jeder Ladepunkt des modularen Systems an den Satelliten kann eine unterschiedliche max. Ladeleistung haben, siehe Kundenvorgaben bzw. Angaben in der Kempower-Management-Cloud.
- Wähle Kempower - Power Unit C80x + Satellite STC bei Gerätetyp.
Als Min. Ladestrom ist der Stromwert einzutragen, den das Lastmanagement als minimalen Wert dem Ladepunkt als Sollwert vorgibt. Dieser ist standardmäßig auf ca. 10250mA einzustellen. Dieser Wert bezieht sich AC-seitig auf eine Phase und ergibt DC-seitig normiert ca. 7kW Wirkleistung.
Der im Lastmanagement zu konfigurierende Max. Ladestrom muss AC-seitig einphasig umgerechnet angegeben werden. Hat ein Ladepunkt bspw. eine maximale Leistung von 180kW, ergibt sich der zu konfigurierende Max. Ladestrom im Lastmanagement zu 260000mA: 180000W / 3 / 230V ≈ 260A.
Im Feld Phasen muss L1, L2, L3 eingetragen werden, da DC-Ladepunkte alle drei Phasen Verteilernetz-seitig gleich belasten.
Im Feld Phasenrotation kann ein beliebiger Wert eingestellt werden, da die Phasenrotation bei DC-Ladepunkten keinen Effekt hat.

Troubleshooting
Die Ladestation verbindet sich nicht via OCPP mit dem Lastmanagment.
Ursache: Die Ladestation benötigt im gleichen Netzwerk samt Subnetz wie das Lastmanagment eine IP-Adresse. Zusätzlich muss der korrekte externe Ethernet-Port der Ladestation mit diesem Netzwerk verbunden sein. Des Weiteren muss die OCPP-Kommunikation über die Ethernet-Schnittstelle der Ladestation geroutet werden.
Lösung: Korrekte Ladestations-seitige Konfiguration der Ethernet-Settings und des OCPP-Routings über Ethernet prüfen. Der externe Ethernet-Port der Ladestation kann vermutlich anhand der Beschriftung "Lastmanagement" identifiziert werden. Andernfalls siehe Herstellerdokumentation/-support.