Keba - P30 x-/c-series (im Keba-Ladeverbund)

Keba - P30 x-/c-series (im Keba-Ladeverbund)

Diese Anleitung beschreibt Schritt für Schritt, wie die Anbindung einer Keba P30 x-/c-series (im Keba-Ladeverbund) Ladestation in das energielenker Lastmanagement-System Lobas oder das Home Energy Management System Enbas erfolgt. Sie richtet sich an Installateure, Systemintegratoren und Administratoren und unterstützt dich dabei, alle relevanten Einstellungen korrekt vorzunehmen und typische Fehlerquellen zu vermeiden. Im Folgenden ist mit der Bezeichnung "energielenker System" das HEMS Enbas und das LMS Lobas gemeint, sofern die Schritte für beide Produkte gleich sind.

1. Allgemeine Voraussetzungen

  1. Zugang zur Ladestation (Sofern noch auf Werkseinstellungen)
  2. Kompatible Firmware-Version (https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/)
  3. Unterstützte energielenker Systeme: Lobas, Enbas
  4. Feste IP-Adresse für die Ladestation
  5. Zugang zum energielenker System per IP-Adresse oder energielenker connect App. (IP-Adresse ist auf dem Display des Geräts zu sehen)
  6. Admin-Zugangsdaten für das energielenker System

Verfügbare Konfigurationsmöglichkeiten

✅ Lokales Web-UI der Ladestation
❌ Cloud-Web Portal des Herstellers
❌ Smartphone-App des Herstellers
❌ Windows-Konfigurations-App des Herstellers

Info
Anmerkungen
Die Konfiguration erfolgt über die Weboberfläche der Ladestation.

Einstellungen, wie IP-Adresse oder Kommunikationsschnittstellen, werden mittels mechanischer Dip-Switches innerhalb der Ladestation eingestellt. Weitere Kommunikationseinstellungen, wie bspw. das OCPP-Backend werden im Web-UI eingestellt.
Alert
ACHTUNG
Sobald Einstellungen an den Dip-Swichtes vorgenommen werden, muss die Ladestation mittels des Serviceschalters, der neben den Dip-Switches angebracht ist, neu gestartet werden, damit die Einstellungen an den Dip-Switches übernommen werden.

Ob eine gesetzte Dip-Schwitch-Stellung von der Ladestation angenommen worden ist, kann über das Web-UI geprüft werden:

Komponentenanbindung

Anbindung der Ladestation via OCPP

OCPP Version: 1.6-J

Unterstützte Features

Die verfügbaren Features des Ladepunkts variieren je nach eingesetzter Kommunikationsschnittstelle.
  1. ✅ Granulare Sollwertregelung: Jeder einzelne Ladepunkt einer Ladestation kann individuell geregelt werden – im Gegensatz zu Systemen, die nur eine ladestationsweite Sollwertvorgabe erlauben.
  2. ✅ Pausierbarkeit des Ladevorgangs: Ladevorgänge an einzelnen Ladepunkten können vollständig pausiert werden – im Gegensatz zu Ladestationen, die zwar den Ladestrom regeln, aber keine vollständige Unterbrechung des Stromflusses zum Elektrofahrzeug erlauben.
  3. ✅ Phasenschieflastmonitoring: Ladepunkte, die eine Phasenschieflast verursachen, können gezielt erkannt und deren Ladestrom reduziert werden – relevant ausschließlich bei AC-Ladepunkten, da DC-Ladepunkte das Verteilnetz in der Regel gleichmäßig auf allen drei Phasen belasten.
  4. ✅ Zentrale Benutzerverwaltung (RFID): Eine zentrale Nutzerverwaltung ist nur bei OCPP-Anbindung der Ladestation möglich – einige Ladestationen übermitteln RFIDs nur, wenn diese zusätzlich lokal auf der Station hinterlegt sind, was eine zentrale Verwaltung verhindert.
  5. ✅ Ladevorgangstracking: Ladevorgänge an den Ladepunkten der Ladestation können vollständig nachverfolgt werden.

Benötigte Voraussetzungen

  1. Die minimale Firmware-Version, die auf der Ladestation installiert sein muss, ist in unserer aktuellen Kompatibilitätsliste dokumentiert: https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/

Step-by-Step: Konfiguration in der Ladestation

1. Die Maximale Stromgrenze der Ladestation einstellen.
Die Maximale Stromgrenze der Ladestation mittels der Dip-Switches DSW1.6-1.8 einstellen.
Die DSW-Einstellungen können im Web-UI kontrolliert werden.

2. In der Ladestation kann keine Phasenrotation konfiguriert werden.
Somit muss die Phasenrotation der Ladestation korrekt im Lastmanagement eingestellt werden.

3. Keba-Ladeverbund konfigurieren
Um den Ladeverbund aufbauen zu können, müssen in allen EVSEs des Ladeverbunds die DIPs 2.5 = ON geschalten werden.
Anschließend müssen die EVSE mittels des Service-Tasters in der EVSE rebootet werden, damit die DIPs erneut ausgewertet werden.
Dann können die c-series im Web-UI der x-series dem Ladeverbund hinzugefügt werden. Hierbei keine Phasenrotation und Failsafe Current entsprechend dem max. Ladestrom der EVSE einstellen.

4. Nicht benötigte Schnittstellen und Funktionen der Ladestation deaktivieren

Um Störeinflüsse für das Lastmanagement ausschließen zu können, sollten diese abgeschaltet werden.
  1. Die API- und UDP-Schnittstelle der EVSE deaktivieren, indem man Dip-Switch DSW1.3 auf OFF einstellt. Die EVSE anschließend rebooten.
 

5. Kommunikation via OCPP1.6-J von der Ladestation zum energielenker System aufbauen
  1. Als Verbindungstyp sollte Ethernet gewählt werden, damit die Ladestation die Kommunikation über die Ethernet-Schnittstelle mit dem energielenker System aufbaut.
  2. Als OCPP Modus muss OCPP-J 1.6 gewählt werden.
  3. Im Feld URL des Backends muss die IP-Adresse des energielenker Systems im Netzwerk eingestellt werden. Die Eingabe muss sich wie folgt zusammensetzen: ws://<energielenker System-IP>:19520
  4. Die OCPP ChargeBoxIdentity (ChargepointID) kann nach Belieben angepasst werden, diese muss später im energielenker System angegeben werden.
  5. Secure Central System Communication sollte auf OFF und Central System Authentification Method auf None.

6. Autorisierung aktivieren
Authorization aktivieren (Free Charging deaktivieren).

Die Autorisierungsmethoden sind nach Kundenwunsch anzupassen. Empfohlen wird die gezeigte Konfiguration. Dann kann die Nutzerverwaltung auch optional auf dem energielenker System eingerichtet werden.

Step-by-Step: Konfiguration im Lastmanagement

1. Ladepunkt anlegen
  1. Lobas: Neuen Ladepunkt anlegen
  2. Enbas: Verbinden eines Ladepunkts mit Enbas
2. Kommunikationseinstellungen
  1. Wähle als Kommunikationsart OCCP
  2. Gebe die in der Ladestation vergebene Charge Point ID in das Feld Charge Point ID ein
  3. Die Connector ID dient zur Nummerierung der Ladepunkt der Ladestation
    1. Diese Nummerierung folgt der Konfiguration des Keba-Ladeverbunds.
    2. Der Ladepunkt der ersten x-series entspricht Connector-ID=1. Die nachfolgende Ladestation im Ladeverbund entspricht Connector-ID=2.
    3. Für jeden Ladepunkt im Keba-Ladeverbund muss im Lastmanagement ein Ladepunkt angelegt werden.

3. Komponentenkonfiguration / Gerätekonfiguration
Nehme die elektrischen Einstellungen für das Gerät vor. Bei Lobas heißt dieser Abschnitt Gerätekonfiguration und bei Enbas heißt dieser Komponentenkonfiguration.
  1. Enbas: Wähle den Keba P30 x-/c-series bei Hersteller & Typ
  2. Lobas: Wähle Keba P30 x-/c-series bei Gerätetyp

Als Min. Ladestrom ist der Stromwert einzutragen, den das Lastmanagement als minimalen Wert dem Ladepunkt als Sollwert vorgibt. Standardmäßig ist dieser auf 8A eingestellt, da es einzelne E-Fahrzeuge, die erst ab einem Wert von 8A den Ladevorgang beginnen.
Um eine optimierte Ladestromfreigabe über die gesamte Ladeinfrastruktur zu erreichen, kann der min. Ladestrom auf 6A angepasst, solange es keine Probleme mit einzelne E-Fahrzeugen gibt.
Der eingestellte Wert im Lastmanagement muss immer größer gleich dem in der Ladestation eingestellten min. Ladestrom sein, da es sonst zu Fehler in der Ladestation kommen kann.

Der im Lastmanagement konfigurierte Max. Ladestrom sollte dem in der Ladestation konfigurierten max. Ladestrom entsprechen. Der Max. Ladestrom im Lastmanagement muss immer kleiner gleich dem max. Ladestrom in der Ladestation sein, da es sonst in der Ladestation zu Fehlern kommen kann.

Im Feld Phasen sollte Ermitteln eingetragen werden. Dadurch kann das energielenker System automatisch aus den Ladestrom-Daten der Ladestation ermitteln, ob das angeschlossene E-Fahrzeug ein-, zwei- oder dreiphasig lädt.

In der Ladestation kann keine Phasenrotation konfiguriert werden. Somit muss die Phasenrotation der Ladestation korrekt im Lastmanagement eingestellt werden.


Troubleshooting bei OCPP 

Fehlerbild: Doppelt abgerechnete Ladevorgänge im Abrechnungsbackend.
  1. Ursache: Keba interner Softwarefehler.
  2. HW/SW-Version:<1.17
  3. Fehlerbehebung: Firmware auf eine Version ab 1.17 updaten.

Anmerkungen

Info
EVSE benötigt zur Detektion von Statusänderungen z.T. sehr lange. Bspw. bei Beenden eines Ladevorgangs benötigt die EVSE sehr lange, um den Ladevorgang zu beenden und in Satus Available zu wechseln.
HW-Version der Ladestation: n/a
SW-VErsion der Ladestation:  1.18.0

Info
Konfiguration in der EVSE werden z.T. gespeichert, aber nicht in der EVSE umgesetzt. Ein Reboot der EVSE behebt diesen Fehler häufig.
HW-Version der Ladestation: n/a
SW-VErsion der Ladestation:  1.18.0

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