Anbindung der Ladestation via OCPP
OCPP Version: 1.6-J
LMB Version: 3.24.0
Unterstützte Features
Die verfügbaren Features des Ladepunkts variieren je nach eingesetzter Kommunikationsschnittstelle.
- ✅ Granulare Sollwertregelung: Jeder einzelne Ladepunkt einer Ladestation kann individuell geregelt werden – im Gegensatz zu Systemen, die nur eine ladestationsweite Sollwertvorgabe erlauben.
- ✅ Pausierbarkeit des Ladevorgangs: Ladevorgänge an einzelnen Ladepunkten können vollständig pausiert werden – im Gegensatz zu Ladestationen, die zwar den Ladestrom regeln, aber keine vollständige Unterbrechung des Stromflusses zum Elektrofahrzeug erlauben.
- ✅ Phasenschieflastmonitoring: Ladepunkte, die eine Phasenschieflast verursachen, können gezielt erkannt und deren Ladestrom reduziert werden – relevant ausschließlich bei AC-Ladepunkten, da DC-Ladepunkte das Verteilnetz in der Regel gleichmäßig auf allen drei Phasen belasten.
- ✅ Zentrale Benutzerverwaltung (RFID): Eine zentrale Nutzerverwaltung ist nur bei OCPP-Anbindung der Ladestation möglich – einige Ladestationen übermitteln RFIDs nur, wenn diese zusätzlich lokal auf der Station hinterlegt sind, was eine zentrale Verwaltung verhindert.
- ✅ Ladevorgangstracking: Ladevorgänge an den Ladepunkten der Ladestation können vollständig nachverfolgt werden.
Benötigte Voraussetzungen
- Die minimale Firmware-Version, die auf der Ladestation installiert sein muss, ist in unserer aktuellen Kompatibilitätsliste dokumentiert: https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/
- Lobas muss eine feste IP-Adresse im lokalen Netzwerk besitzen.
Step-by-Step: Konfiguration in der Ladestation
1. Die Maximale Stromgrenze der Ladestation einstellen.
Nachdem die Ladestation in den Installationsmodus gebracht wurde, kann mithilfe der Service-Taste (unabhängig von der KEBA eMobility App) das Ladestromlimit eingestellt werden. Dafür muss die Service Taste mit einem Schraubendreher 6 Sekunden lang gedrückt werden. Durch das kurze drücken der Service Taste kann das gewünschte Ladestromlimit auf einen vordefinierten Wert eingestellt werden. Ansonsten kann das Ladestromlimit auch über die App eingestellt werden. Der Installationsmodus kann durch das drücken der Service Taste für sechs Sekunden oder in der eMobility App wieder deaktiviert werden.
2. In der Ladestation konfigurierte Phasenrotation hat keine Auswirkung auf die Ausgabe der phasenweise Ladeströme in der Kommunikationsschnittstelle der Ladestation.
Somit muss die Phasenrotation der Ladestation korrekt im Lastmanagement eingestellt werden.
3. Nicht benötigte Schnittstellen und Funktionen der Ladestation deaktivieren
Um Störeinflüsse für das Lastmanagement ausschließen zu können, sollten diese abgeschaltet werden.
- Phasenschieflastregelung der Ladestation deaktivieren, falls nicht kundenspezifisch gewünscht.
- Digitale Eingänge der Ladestation deaktivieren.
- PV-optimiertes Laden deaktivieren.
- Steuerung anhand eines externen Zählers deaktivieren.
- Modbus-Server deaktivieren.
- Während einer Transaktion kann der Nutzer den Sollwert begrenzen. Wenn nicht nutzerspezifisch gewünscht, diesen Sollwert nicht setzen bzw. nicht begrenzen.
4. Kommunikation via OCPP1.6-J von der Ladestation zum energielenker System aufbauen
- Die IP-Adresse des Lobas muss beim Hostnamen eingetragen werden (ohne "ws://").
- Der Port muss beim Zentralsystemport eingetragen werden.
- In den Zentralsystempfad wird nichts eingetragen.
5. Autorisierung aktivieren
In der Ladestation muss die Nutzerverwaltung aktiviert bzw. FreeCharging/Charging on Start deaktiviert werden. Zusätzlich empfehlen wir, die Autorisierungsvariante so einzustellen, dass die Ladestation die User-Autorisierung über das Lastmanagement durchführt (FirstOnline).
Das Verhalten der Ladestation bezüglich Autorisierung im Falle eines Verbindungsverlusts mit dem Lastmanagement kann nach Nutzerwunsch angepasst werden.
Step-by-Step: Konfiguration im Lastmanagement
1. Ladepunkt anlegen
- Lobas: Neuen Ladepunkt anlegen
- Enbas: Verbinden eines Ladepunkts mit Enbas
2. Kommunikationseinstellungen
- Wähle als Kommunikationsart OCPP
- Gebe die in der Ladestation vergebene Charge Point ID in das Feld Charge Point ID ein
- Da die Ladestation über nur einen Ladepunkt verfügt, belasse die Connector ID bei 1
3. Komponentenkonfiguration / Gerätekonfiguration
Nehme die elektrischen Einstellungen für das Gerät vor. Bei Lobas heißt dieser Abschnitt Gerätekonfiguration und bei Enbas heißt dieser Komponentenkonfiguration.
- Enbas: Wähle Keba KeContact P40 (Pro) bei Hersteller & Typ
- Lobas: Wähle Keba KeContact P40 (Pro) bei Gerätetyp
Als Min. Ladestrom ist der Stromwert einzutragen, den das Lastmanagement als minimalen Wert dem Ladepunkt als Sollwert vorgibt. Standardmäßig ist dieser auf 8A eingestellt, da es einzelne E-Fahrzeuge gibt, die erst ab einem Wert von 8A den Ladevorgang beginnen.
Um eine optimierte Ladestromfreigabe über die gesamte Ladeinfrastruktur zu erreichen, kann der min. Ladestrom auf 6A angepasst werden, solange es keine Probleme mit einzelnen E-Fahrzeugen gibt. Der eingestellte Wert im Lastmanagement muss immer größer gleich dem in der Ladestation eingestellten min. Ladestrom sein, da es sonst zu Fehlern in der Ladestation kommen kann.
Der im Lastmanagement konfigurierte Max. Ladestrom sollte dem in der Ladestation konfigurierten max. Ladestrom entsprechen. Der Max. Ladestrom im Lastmanagement muss immer kleiner gleich dem max. Ladestrom in der Ladestation sein, da es sonst in der Ladestation zu Fehlern kommen kann.
Im Feld Phasen sollte Ermitteln eingetragen werden. Dadurch kann das energielenker System automatisch aus den Ladestrom-Daten der Ladestation ermitteln, ob das angeschlossene E-Fahrzeug ein-, zwei- oder dreiphasig lädt.
In der Ladestation konfigurierte Phasenrotation hat keine Auswirkung auf die Ausgabe der phasenweise Ladeströme in der Kommunikationsschnittstelle der Ladestation.
Somit muss die Phasenrotation der Ladestation korrekt im Lastmanagement eingestellt werden.
Anmerkungen OCPP-1.6.-J-spezifisch
Für die OCPP1.6-J-Schnittstelle bietet die Ladestation keinen Fallback-Mechanismus bei Verbindungsverlust mit dem Lastmanagement.
Troubleshooting
Die Ladestation ist via OCPP an das Lastmanagement angebunden. Die Sollwert-Vorgaben via OCPP durch das Lastmanagement werden von der Ladestation ignoriert.
Ursache: Wenn die Ladestation vorher via Modbus an ein Lastmanagement/EMS angebunden war und anschließend via OCPP an ein Lastmanagement angebunden wird, kann es vorkommen, dass die Ladestation trotz korrekt deaktivierter Modbus-Anbindung die zuvor via Modbus gesetzten Sollwerte weiterhin als aktiv behandelt.
HW-/SW-Version LS: 1.3.0, 1.4.5
Fehlerbehebung: Die Ladestation auf Werkszustand zurücksetzen.