KEBA - KeContact P40 (Pro)

KEBA - KeContact P40 (Pro)

Diese Anleitung beschreibt Schritt für Schritt, wie die Anbindung einer Keba KeContact P40 (Pro) Ladestation in das energielenker Lastmanagement-System Lobas oder das Home Energy Management System Enbas erfolgt. Sie richtet sich an Installateure, Systemintegratoren und Administratoren und unterstützt dich dabei, alle relevanten Einstellungen korrekt vorzunehmen und typische Fehlerquellen zu vermeiden. Im Folgenden ist mit der Bezeichnung "energielenker System" das HEMS Enbas und das LMS Lobas gemeint, sofern die Schritte für beide Produkte gleich sind.

1. Allgemeine Voraussetzungen

  1. Zugang zur Ladestation (Sofern noch auf Werkseinstellungen)
    1. Benutzername: 
    2. Passwort: siehe Aufkleber auf der Rückseite der Kurzanleitung
  2. Kompatible Firmware-Version (https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/)
  3. Unterstützte energielenker Systeme: Lobas, Enbas
  4. Feste IP-Adresse für die Ladestation
  5. Zugang zum energielenker System per IP-Adresse oder energielenker connect App. (IP-Adresse ist auf dem Display des Geräts zu sehen)
  6. Admin-Zugangsdaten für das energielenker System

Verfügbare Konfigurationsmöglichkeiten

(✅) Lokales Web-UI der Ladestation
 ✅ Cloud-Web Portal des Herstellers
 ✅ Smartphone-App des Herstellers
❌ Windows-Konfigurations-App des Herstellers

Komponentenanbindung

Anbindung der Ladestation via Modbus TCP

LMB Version: 3.17.

Unterstützte Features

Die verfügbaren Features des Ladepunkts variieren je nach eingesetzter Kommunikationsschnittstelle.
  1. ✅ Granulare Sollwertregelung: Jeder einzelne Ladepunkt einer Ladestation kann individuell geregelt werden – im Gegensatz zu Systemen, die nur eine ladestationsweite Sollwertvorgabe erlauben.
  2. ✅ Pausierbarkeit des Ladevorgangs: Ladevorgänge an einzelnen Ladepunkten können vollständig pausiert werden – im Gegensatz zu Ladestationen, die zwar den Ladestrom regeln, aber keine vollständige Unterbrechung des Stromflusses zum Elektrofahrzeug erlauben.
  3. ✅ Phasenschieflastmonitoring: Ladepunkte, die eine Phasenschieflast verursachen, können gezielt erkannt und deren Ladestrom reduziert werden – relevant ausschließlich bei AC-Ladepunkten, da DC-Ladepunkte das Verteilnetz in der Regel gleichmäßig auf allen drei Phasen belasten.
  4. ❌ Zentrale Benutzerverwaltung (RFID): Eine zentrale Nutzerverwaltung ist nur bei OCPP-Anbindung der Ladestation möglich – einige Ladestationen übermitteln RFIDs nur, wenn diese zusätzlich lokal auf der Station hinterlegt sind, was eine zentrale Verwaltung verhindert.
  5. ✅ Ladevorgangstracking: Ladevorgänge an den Ladepunkten der Ladestation können vollständig nachverfolgt werden.

Benötigte Voraussetzung

  1. Die minimale Firmware-Version, die auf der Ladestation installiert sein muss, ist in unserer aktuellen Kompatibilitätsliste dokumentiert: https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/
  2. Die Ladestation muss eine feste IP-Adresse haben.

Step-by-Step: Konfiguration an der Ladestation

1. Die Maximale Stromgrenze der Ladestation einstellen.
Nachdem die Ladestation in den Installationsmodus gebracht wurde, kann mithilfe der Service-Taste (unabhängig von der KEBA eMobility App) das Ladestromlimit eingestellt werden. Dafür muss die Service Taste mit einem Schraubendreher 6 Sekunden lang gedrückt werden. Durch das kurze drücken der Service Taste kann das gewünschte Ladestromlimit auf einen vordefinierten Wert eingestellt werden. Ansonsten kann das Ladestromlimit auch über die App eingestellt werden. Der Installationsmodus kann durch das drücken der Service Taste für sechs Sekunden oder in der eMobility App wieder deaktiviert werden.


2. In der Ladestation konfigurierte Phasenrotation hat keine Auswirkung auf die Ausgabe der phasenweise Ladeströme in der Kommunikationsschnittstelle der Ladestation.
Somit muss die Phasenrotation der Ladestation korrekt im Lastmanagement eingestellt werden.

3. Fallback Mechanismus der Ladestation bei Verbindungsverlust mit dem Lastmanagement
Das Lastmanagement nimmt keine Einstellungen per Modbus bezüglich dieser Funktion vor. Aus diesem Grund sollte das Fallback-Verhalten der Ladestation nutzerspezifisch konfiguriert werden. Der Fallback Strom und das Fallback-Timeout können in der Ladestation in den Modbus Einstellungen konfiguriert werden.

4. Modbus-Server aktivieren
  1. Modbus-Kommunikationsschnittstelle aktivieren und konfigurieren.
  2. Der Port und die Unit-ID kann nutzerspezifisch eingestellt werden.

5. Nicht benötigte Schnittstellen und Funktionen der Ladestation deaktivieren
Um Störeinflüsse für das Lastmanagement ausschließen zu können, sollten diese abgeschaltet werden.
  1. Ladestations-internes PV-Überschussladen deaktivieren.

  1. Phasenschieflastregelung der Ladestation deaktivieren.

  1. Phasenumschaltung deaktivieren.

  1. RFID-Übermittlung und Autorisierung via MB-Schnittstelle der LS muss deaktiviert werden, da der Lobas diese Funktion nicht unterstützt und es sonst bei der Freischaltung von Ladevorgängen mittels RFID an der Ladestation zu Unregelmäßigkeiten kommen kann.

Step-by-Step: Konfiguration am energielenker System

1. Ladepunkt anlegen
  1. Lobas: Neuen Ladepunkt anlegen
  2. Enbas: Verbinden eines Ladepunkts mit Enbas
2. Kommunikationseinstellungen
  1. Wähle als Kommunikationsart Modbus TCP
  2. Gebe die in der Ladestation vergebene IP-Adresse in das Feld IP-Adresse ein
  3. Gebe den Port wie in der Ladestation konfiguriert an (meistens 502)
  4. Gebe die Modbus Slave ID wie in der Ladestation konfiguriert an
  5. TCP Verbindung halten sollte auf Aktiv belassen werden.


3. Komponentenkonfiguration / Gerätekonfiguration
Nehme die elektrischen Einstellungen für das Gerät vor. Bei Lobas heißt dieser Abschnitt Gerätekonfiguration und bei Enbas heißt dieser Komponentenkonfiguration.
  1. Enbas: Wähle Keba KeContact P40 (Pro) bei Hersteller & Typ
  2. Lobas: Wähle Keba KeContact P40 (Pro) bei Gerätetyp

Als Min. Ladestrom ist der Stromwert einzutragen, den das Lastmanagement als minimalen Wert dem Ladepunkt als Sollwert vorgibt. Standardmäßig ist dieser auf 8A eingestellt, da es einzelne E-Fahrzeuge, die erst ab einem Wert von 8A den Ladevorgang beginnen.
Um eine optimierte Ladestromfreigabe über die gesamte Ladeinfrastruktur zu erreichen, kann der min. Ladestrom auf 6A angepasst, solange es keine Probleme mit einzelne E-Fahrzeugen gibt.Der eingestellte Wert im Lastmanagement muss immer größer gleich dem in der Ladestation eingestellten min. Ladestrom sein, da es sonst zu Fehler in der Ladestation kommen kann.

Der im Lastmanagement konfigurierte Max. Ladestrom sollte dem in der Ladestation konfigurierten max. Ladestrom entsprechen. Der Max. Ladestrom im Lastmanagement muss immer kleiner gleich dem max. Ladestrom in der Ladestation sein, da es sonst in der Ladestation zu Fehlern kommen kann.
Im Feld Phasen sollte Ermitteln eingetragen werden. Dadurch kann das energielenker System automatisch aus den Ladestrom-Daten der Ladestation ermitteln, ob das angeschlossene E-Fahrzeug ein-, zwei- oder dreiphasig lädt.

In der Ladestation konfigurierte Phasenrotation hat keine Auswirkung auf die Ausgabe der phasenweise Ladeströme in der Kommunikationsschnittstelle der Ladestation.
Somit muss die Phasenrotation der Ladestation korrekt im Lastmanagement eingestellt werden.

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