Diese Anleitung beschreibt Schritt für Schritt, wie die Anbindung einer hager - Witty share (ERK) Ladestation in das energielenker Lastmanagement-System Lobas oder das Home Energy Management System Enbas erfolgt. Sie richtet sich an Installateure, Systemintegratoren und Administratoren und unterstützt dich dabei, alle relevanten Einstellungen korrekt vorzunehmen und typische Fehlerquellen zu vermeiden. Im Folgenden ist mit der Bezeichnung "energielenker System" das HEMS Enbas und das LMS Lobas gemeint, sofern die Schritte für beide Produkte gleich sind.
1. Allgemeine Voraussetzungen
- Zugang zur Ladestation (sofern noch auf Werkseinstellungen)
- Benutzername: admin
- Passwort: 1234
- Kompatible Firmware-Version (https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/)
- Unterstützte energielenker Systeme: Lobas, Enbas
- Feste IP-Adresse für das energielenker System im lokalen Netzwerk
- Zugang zum energielenker System per IP-Adresse oder energielenker connect App. (IP-Adresse ist auf dem Display des Geräts zu sehen)
- Admin-Zugangsdaten für das energielenker System
Verfügbare Konfigurationsmöglichkeiten
✅ Lokales Web-UI der Ladestation
❌ Cloud-Web Portal des Herstellers
❌ Smartphone-App des Herstellers
❌ Windows-Konfigurations-App des Herstellers
Komponentenanbindung
Anbindung der Ladestation via OCPP
OCPP Version: 1.6-J
LMB Version: 3.22.0
Unterstützte Features
Die verfügbaren Features des Ladepunkts variieren je nach eingesetzter Kommunikationsschnittstelle.
- ✅ Granulare Sollwertregelung: Jeder einzelne Ladepunkt einer Ladestation kann individuell geregelt werden – im Gegensatz zu Systemen, die nur eine ladestationsweite Sollwertvorgabe erlauben.
- ✅ Pausierbarkeit des Ladevorgangs: Ladevorgänge an einzelnen Ladepunkten können vollständig pausiert werden – im Gegensatz zu Ladestationen, die zwar den Ladestrom regeln, aber keine vollständige Unterbrechung des Stromflusses zum Elektrofahrzeug erlauben.
- ✅ Phasenschieflastmonitoring: Ladepunkte, die eine Phasenschieflast verursachen, können gezielt erkannt und deren Ladestrom reduziert werden – relevant ausschließlich bei AC-Ladepunkten, da DC-Ladepunkte das Verteilnetz in der Regel gleichmäßig auf allen drei Phasen belasten.
- ✅ Zentrale Benutzerverwaltung (RFID): Eine zentrale Nutzerverwaltung ist nur bei OCPP-Anbindung der Ladestation möglich – einige Ladestationen übermitteln RFIDs nur, wenn diese zusätzlich lokal auf der Station hinterlegt sind, was eine zentrale Verwaltung verhindert.
- ✅ Ladevorgangstracking: Ladevorgänge an den Ladepunkten der Ladestation können vollständig nachverfolgt werden.
Benötigte Voraussetzungen
- Die minimale Firmware-Version, die auf der Ladestation installiert sein muss, ist in unserer aktuellen Kompatibilitätsliste dokumentiert: https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/
- Die Ladestation muss mindestens Firmware-Version v21.10.25 installiert haben.
- Das energielenker System muss eine feste IP-Adresse im lokalen Netzwerk besitzen.
Step-by-Step: Konfiguration in der Ladestation
1. Die maximale Stromgrenze der Ladestation einstellen.
Die maximale Stromgrenze der Ladestation ist in den Hardware-Einstellungen entsprechend der Installation zu konfigurieren.
2. In der Ladestation konfigurierte Phasenrotation hat Auswirkung auf die Ausgabe der phasenweise Ladeströme in der Kommunikationsschnittstelle der Ladestation.
Somit sollte die Phasenrotation der Ladestation korrekt in der Ladestation konfiguriert werden. Die Phasenrotation der Ladestation sollte somit im Lastmanagement nicht konfiguriert werden.
3. Nicht benötigte Schnittstellen und Funktionen der Ladestation deaktivieren
Um Störeinflüsse für das Lastmanagement ausschließen zu können, sollten diese abgeschaltet werden.
- Die ladestationsinterne Phasenschieflastregelung deaktivieren.
- Schalteingänge der Ladestation nicht nutzen und deaktivieren.
- Das ladestationsinterne Feature „Laden nach ISO 15118" aktivieren (empfohlen für Plug&Play-fähiges Laden).
- Falls nicht benötigt, die Autorisierung deaktivieren.
4. Kommunikation via OCPP1.6-J von der Ladestation zum energielenker System aufbauen
- Kommunikations-/Konfigurationsart auf OCPP einstellen.
- Als Verbindungstyp sollte Ethernet gewählt werden, damit die Ladestation die Kommunikation über die Ethernet-Schnittstelle mit dem energielenker System aufbaut.
- Als OCPP-Modus muss OCPP-J 1.6 gewählt werden.
- Das energielenker System als OCPP-Backend eintragen. Im Feld URL des Backends muss die IP-Adresse des energielenker Systems im Netzwerk eingestellt werden. Die Eingabe muss sich wie folgt zusammensetzen: ws://<energielenker System-IP>:<OCPP-Port>
- Den entsprechenden OCPP-Port eintragen.
- Die Charge Point ID (CP-ID) kann nach Nutzerwunsch angepasst werden, diese muss später im energielenker System angegeben werden.
5. Autorisierung aktivieren
Den Autorisierungsmodus auf „OCPP Liste Backend" einstellen, sodass das energielenker System die Autorisierung der RFID-Karten zentral übernimmt.
Step-by-Step: Konfiguration im Lastmanagement
1. Ladepunkt anlegen
- Lobas: Neuen Ladepunkt anlegen
- Enbas: Verbinden eines Ladepunkts mit Enbas
2. Kommunikationseinstellungen
- Wähle als Kommunikationsart OCPP
- Gebe die in der Ladestation vergebene Charge Point ID in das Feld Charge Point ID ein
- Da die Ladestation über nur einen Ladepunkt verfügt, belasse die Connector ID bei 1
- Die Connector ID dient zur Nummerierung der Ladepunkte der Ladestation
3. Komponentenkonfiguration / Gerätekonfiguration
Nehme die elektrischen Einstellungen für das Gerät vor. Bei Lobas heißt dieser Abschnitt Gerätekonfiguration und bei Enbas heißt dieser Komponentenkonfiguration.
- Enbas: Wähle hager - Witty share (ERK) bei Hersteller & Typ
- Lobas: Wähle hager - Witty share (ERK) bei Gerätetyp
Als Min. Ladestrom ist der Stromwert einzutragen, den das Lastmanagement als minimalen Wert dem Ladepunkt als Sollwert vorgibt. Standardmäßig ist dieser auf 8A eingestellt, da es einzelne E-Fahrzeuge gibt, die erst ab einem Wert von 8A den Ladevorgang beginnen.
Um eine optimierte Ladestromfreigabe über die gesamte Ladeinfrastruktur zu erreichen, kann der min. Ladestrom auf 6A angepasst werden, solange es keine Probleme mit einzelnen E-Fahrzeugen gibt. Der eingestellte Wert im Lastmanagement muss immer größer gleich dem in der Ladestation eingestellten min. Ladestrom sein, da es sonst zu Fehlern in der Ladestation kommen kann.
Der im Lastmanagement konfigurierte Max. Ladestrom sollte dem in der Ladestation konfigurierten max. Ladestrom (22 kW / 1-phasig) entsprechen. Der Max. Ladestrom im Lastmanagement muss immer kleiner gleich dem max. Ladestrom in der Ladestation sein, da es sonst in der Ladestation zu Fehlern kommen kann.
Im Feld Phasen sollte Ermitteln eingetragen werden. Dadurch kann das energielenker System automatisch aus den Ladestrom-Daten der Ladestation ermitteln, ob das angeschlossene E-Fahrzeug ein-, zwei- oder dreiphasig lädt.
Da die in der Ladestation konfigurierte Phasenrotation Auswirkung auf die Ausgabe der phasenweisen Ladeströme in der Kommunikationsschnittstelle hat, sollte die Phasenrotation korrekt in der Ladestation und nicht im Lastmanagement konfiguriert werden.
Anmerkungen
- Das Erkennen mancher RFIDs kann teilweise sehr lange dauern.