Hager - witty park 2

Hager - witty park 2

Diese Anleitung beschreibt Schritt für Schritt, wie die Anbindung einer hager witty park 2 Ladestation in das energielenker Lastmanagement-System Lobas oder das Home Energy Management System Enbas erfolgt. Sie richtet sich an Installateure, Systemintegratoren und Administratoren und unterstützt dich dabei, alle relevanten Einstellungen korrekt vorzunehmen und typische Fehlerquellen zu vermeiden. Im Folgenden ist mit der Bezeichnung "energielenker System" das HEMS Enbas und das LMS Lobas gemeint, sofern die Schritte für beide Produkte gleich sind.

1. Allgemeine Voraussetzungen

  1. Zugang zur Ladestation (Sofern noch auf Werkseinstellungen)
    1. Benutzername: admin
    2. Passwort: die ersten vier Ziffern der SUID
  2. Kompatible Firmware-Version (https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/)
  3. Unterstützte energielenker Systeme: Lobas, Enbas
  4. Feste IP-Adresse für die Ladestation
  5. Zugang zum energielenker System per IP-Adresse oder energielenker connect App (IP-Adresse ist auf dem Display des Geräts zu sehen).
  6. Admin-Zugangsdaten für das energielenker System

Verfügbare Konfigurationsmöglichkeiten

✅ Lokales Web-UI der Ladestation
❌Cloud-Web Portal des Herstellers
❌ Smartphone-App des Herstellers
❌ Windows-Konfigurations-App des Herstellers

Komponentenanbindung

Anbindung der Ladestation via OCPP

OCPP Version: 1.6-J
LMB Version: 3.19.0

Unterstützte Features

Die verfügbaren Features des Ladepunkts variieren je nach eingesetzter Kommunikationsschnittstelle.
  1. ✅ Granulare Sollwertregelung: Jeder einzelne Ladepunkt einer Ladestation kann individuell geregelt werden – im Gegensatz zu Systemen, die nur eine ladestationsweite Sollwertvorgabe erlauben.
  2. ✅ Pausierbarkeit des Ladevorgangs: Ladevorgänge an einzelnen Ladepunkten können vollständig pausiert werden – im Gegensatz zu Ladestationen, die zwar den Ladestrom regeln, aber keine vollständige Unterbrechung des Stromflusses zum Elektrofahrzeug erlauben.
  3. ❌ Phasenschieflastmonitoring: Ladepunkte, die eine Phasenschieflast verursachen, können gezielt erkannt und deren Ladestrom reduziert werden – relevant ausschließlich bei AC-Ladepunkten, da DC-Ladepunkte das Verteilnetz in der Regel gleichmäßig auf allen drei Phasen belasten.
  4. ✅ Zentrale Benutzerverwaltung (RFID): Eine zentrale Nutzerverwaltung ist nur bei OCPP-Anbindung der Ladestation möglich – einige Ladestationen übermitteln RFIDs nur, wenn diese zusätzlich lokal auf der Station hinterlegt sind, was eine zentrale Verwaltung verhindert.
  5. ✅ Ladevorgangstracking: Ladevorgänge an den Ladepunkten der Ladestation können vollständig nachverfolgt werden.

Benötigte Voraussetzungen

  1. Die minimale Firmware-Version, die auf der Ladestation installiert sein muss, ist in unserer aktuellen Kompatibilitätsliste dokumentiert: https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/

Step-by-Step: Konfiguration in der Ladestation

1. Die Maximale Stromgrenze der Ladestation einstellen.
Die Ladestrombegrenzung wird mit dem Drehschalter festgelegt.

2. In der Ladestation konfigurierte Phasenrotation hat keine Auswirkung auf die Ausgabe der phasenweise Ladeströme in der Kommunikationsschnittstelle der Ladestation.
Somit muss die Phasenrotation der Ladestation korrekt im Lastmanagement eingestellt werden.


3. Nicht benötigte Schnittstellen und Funktionen der Ladestation deaktivieren
Um Störeinflüsse für das Lastmanagement ausschließen zu können, sollten diese abgeschaltet werden.
  1. Inputs auf "not configured"

4. Kommunikation via OCPP1.6-J von der Ladestation zum energielenker System aufbauen
  1. Als OCPP Modus muss OCPP-J 1.6 gewählt werden.
  2. Im Feld URL des Backends muss die IP-Adresse des energielenker Systems im Netzwerk eingestellt werden. Die Eingabe muss sich wie folgt zusammensetzen: ws://<energielenker System-IP>:19520
  3. Die OCPP ChargeBoxIdentity (ChargepointID) kann nach Belieben angepasst werden, diese muss später im energielenker System angegeben werden.


5. Autorisierung aktivieren
Das Lastmanagement aktiviert die Nutzerverwaltung bzw. deaktiviert Free Charging / Charging on Start automatisch bei initialem Verbindungsaufbau.
Info
Autorisierung via RFID wird empfohlen.

Step-by-Step: Konfiguration im Lastmanagement

1. Ladepunkt anlegen
  1. Lobas: Neuen Ladepunkt anlegen
  2. Enbas: Verbinden eines Ladepunkts mit Enbas
2. Kommunikationseinstellungen
  1. Wähle als Kommunikationsart OCCP
  2. Gebe die in der Ladestation vergebene Charge Point ID in das Feld Charge Point ID ein
  3. Die Ladestation hat zwei Ladepunkte. Der erste Ladepunkt hat die Connector ID 1 und der zweite Ladepunkt die Connector ID2.
    1. Die Connector ID dient zur Nummerierung der Ladepunkt der Ladestation


3. Komponentenkonfiguration / Gerätekonfiguration
Nehme die elektrischen Einstellungen für das Gerät vor. Bei Lobas heißt dieser Abschnitt Gerätekonfiguration und bei Enbas heißt dieser Komponentenkonfiguration.
  1. Enbas: Wähle hager witty park 2 bei Hersteller & Typ
  2. Lobas: Wähle hager witty park 2 bei Gerätetyp

Als Min. Ladestrom ist der Stromwert einzutragen, den das Lastmanagement als minimalen Wert dem Ladepunkt als Sollwert vorgibt. Standardmäßig ist dieser auf 8A eingestellt, da es einzelne E-Fahrzeuge gibt, die erst ab einem Wert von 8A den Ladevorgang beginnen.
Um eine optimierte Ladestromfreigabe über die gesamte Ladeinfrastruktur zu erreichen, kann der min. Ladestrom auf 6A angepasst werden, solange es keine Probleme mit einzelnen E-Fahrzeugen gibt.
Der eingestellte Wert im Lastmanagement muss immer größer gleich dem in der Ladestation eingestellten min. Ladestrom sein, da es sonst zu Fehler in der Ladestation kommen kann.

Der im Lastmanagement konfigurierte max. Ladestrom sollte dem in der Ladestation konfigurierten max. Ladestrom entsprechen. Der max. Ladestrom im Lastmanagement muss immer kleiner gleich dem max. Ladestrom in der Ladestation sein, da es sonst in der Ladestation zu Fehlern kommen kann.

Im Feld Phasen sollte Ermitteln eingetragen werden. Dadurch kann das energielenker System automatisch aus den Ladestrom-Daten der Ladestation ermitteln, ob das angeschlossene E-Fahrzeug ein-, zwei- oder dreiphasig lädt.


In der Ladestation konfigurierte Phasenrotation hat keine Auswirkung auf die Ausgabe der phasenweise Ladeströme in der Kommunikationsschnittstelle der Ladestation.
Somit muss die Phasenrotation der Ladestation korrekt im Lastmanagement eingestellt werden.

Troubleshooting bei OCPP 

Fehlerbild: Die Phasenrotation der Ladestation lässt sich über einen DIP-Switch einstellen. Die Übermittlung an das Lastmanagement ist fehlerhaft. Nach einem Neustart der Ladestation (stromlos machen), ohne dass die DIP-Switches geändert wurden, wird immer eine Phasenrotation von 0° übermittelt, auch wenn eine andere eingestellt ist. Nach einem Neustart mit DIP-Switch-Änderung wird die Phasenrotation korrekt übermittelt.
  1. Ursache
  2. HW/SW-Version1.1.14.10
  3. Fehlerbehebung
  4. Wenn die Ladestation ohne Phasenrotation (0°) angeschlossen ist, hat der Fehler keinen Einfluss

  5. Wenn die Ladestation phasenrotiert angeschlossen ist, sollte man die Phasenrotation über den DIP-Switch trotzdem auf 0° stellen. Die Phasenrotation kann dann korrekt im Lastmanagement eingestellt werden.

  6. Falls die Phasenrotation in der Ladestation schon eingestellt ist (sieht man über das Web-UI) und sie sich nicht mehr umstellen lässt (dafür braucht man einen Schlüssel), sollte die Ladestation einmal neugestartet werden (stromlos machen). Dann wird immer eine Phasenrotation von 0° übermittelt und die Phasenrotation kann korrekt im Lastmanagement eingestellt werden.


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