ABL - eMH3, eMC3, eMH2

ABL - eMH3, eMC3, eMH2




Diese Anleitung beschreibt Schritt für Schritt, wie die Anbindung einer ABL - eMH3, eMC3, eMH2 Ladestation in das energielenker Lastmanagement-System Lobas oder das Home Energy Management System Enbas erfolgt. Sie richtet sich an Installateure, Systemintegratoren und Administratoren und unterstützt dich dabei, alle relevanten Einstellungen korrekt vorzunehmen und typische Fehlerquellen zu vermeiden. Im Folgenden ist mit der Bezeichnung "energielenker System" das HEMS Enbas und das LMS Lobas gemeint, sofern die Schritte für beide Produkte gleich sind.

1. Allgemeine Voraussetzungen

  1. Zugang zur Ladestation (Sofern noch auf Werkseinstellungen)
    1. Die Ladesäule verfügt im Initialzustand über keinen Passwortschutz
  2. Kompatible Firmware-Version (https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/)
  3. Unterstützte energielenker Systeme: Lobas, Enbas
  4. Feste IP-Adresse für die Ladestation
  5. Zugang zum energielenker System per IP-Adresse oder energielenker connect App. (IP-Adresse ist auf dem Display des Geräts zu sehen)
  6. Admin-Zugangsdaten für das energielenker System

Verfügbare Konfigurationsmöglichkeiten

✅ Lokales Web-UI der Ladestation
✅ Cloud-Web Portal des Herstellers
❌ Smartphone-App des Herstellers
❌ Windows-Konfigurations-App des Herstellers

Komponentenanbindung

Anbindung der Ladestation via OCPP

OCPP Version: 1.6-J

Unterstützte Features

Die verfügbaren Features des Ladepunkts variieren je nach eingesetzter Kommunikationsschnittstelle.
  1. ✅ Granulare Sollwertregelung: Jeder einzelne Ladepunkt einer Ladestation kann individuell geregelt werden – im Gegensatz zu Systemen, die nur eine ladestationsweite Sollwertvorgabe erlauben.
  2. ✅ Pausierbarkeit des Ladevorgangs: Ladevorgänge an einzelnen Ladepunkten können vollständig pausiert werden – im Gegensatz zu Ladestationen, die zwar den Ladestrom regeln, aber keine vollständige Unterbrechung des Stromflusses zum Elektrofahrzeug erlauben.
  3. ✅ Phasenschieflastmonitoring: Ladepunkte, die eine Phasenschieflast verursachen, können gezielt erkannt und deren Ladestrom reduziert werden – relevant ausschließlich bei AC-Ladepunkten, da DC-Ladepunkte das Verteilnetz in der Regel gleichmäßig auf allen drei Phasen belasten.
  4. ✅ Zentrale Benutzerverwaltung (RFID): Eine zentrale Nutzerverwaltung ist nur bei OCPP-Anbindung der Ladestation möglich – einige Ladestationen übermitteln RFIDs nur, wenn diese zusätzlich lokal auf der Station hinterlegt sind, was eine zentrale Verwaltung verhindert.
  5. ✅ Ladevorgangstracking: Ladevorgänge an den Ladepunkten der Ladestation können vollständig nachverfolgt werden.

Benötigte Voraussetzungen

  1. Die minimale Firmware-Version, die auf der Ladestation installiert sein muss, ist in unserer aktuellen Kompatibilitätsliste dokumentiert: https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/

Step-by-Step: Konfiguration in der Ladestation

1. Nicht benötigte Schnittstellen und Funktionen der Ladestation deaktivieren
Um Störeinflüsse für das Lastmanagement ausschließen zu können, sollten diese abgeschaltet werden.
  1. LTE ausschalten.
  2. Modbus TCP ausschalten.


2. Kommunikation via OCPP1.6-J von der Ladestation zum energielenker System aufbauen
  1. Als Verbindungstyp sollte Ethernet gewählt werden, damit die Ladestation die Kommunikation über die Ethernet-Schnittstelle mit dem energielenker System aufbaut.
  2. Als OCPP Modus muss OCPP-J 1.6 gewählt werden.
  3. Im Feld URL des Backends muss die IP-Adresse des energielenker Systems im Netzwerk eingestellt werden. Die Eingabe muss sich wie folgt zusammensetzen: ws://<energielenker System-IP>:19520
  4. Die OCPP ChargeBoxIdentity (ChargepointID) kann nach Belieben angepasst werden, diese muss später im energielenker System angegeben werden.
  5. TLS und HTPP Basic Authentification sollten deaktiviert werden.
5. Autorisierung aktivieren
Die Autorisierungsvariante muss im Web-UI eingestellt werden. Es wird empfohlen Central System Only auszuwählen. Alternativ können auch Charger whitelist and central system (dann muss die RFID im energielenker System und dem Web-UI hinterlegt werden) oder Plug and Charge (dann muss die ID, die vom Auto übermittelt wird im energielenker System hinterlegt werden) eingestellt werden.
Info
Autorisierung via RFID wird empfohlen.

Step-by-Step: Konfiguration im Lastmanagement

1. Ladepunkt anlegen
  1. Lobas: Neuen Ladepunkt anlegen
  2. Enbas: Verbinden eines Ladepunkts mit Enbas
2. Kommunikationseinstellungen
  1. Wähle als Kommunikationsart OCCP
  2. Gebe die in der Ladestation vergebene Charge Point ID in das Feld Charge Point ID ein
  3. Da die Ladestation über nur einen Ladepunkt verfügt, belasse die Connector ID bei 1
    1. Die Connector ID dient zur Nummerierung der Ladepunkt der Ladestation

InfoHinweis: Sollten Sie die eMH3 single verwenden, so wählen Sie als Gerätetypen bitte die eMH3 Single aus, und nutzen die Connector ID 1.

Abb. 10

3. Komponentenkonfiguration / Gerätekonfiguration
Nehme die elektrischen Einstellungen für das Gerät vor. Bei Lobas heißt dieser Abschnitt Gerätekonfiguration und bei Enbas heißt dieser Komponentenkonfiguration.
  1. Enbas: Wähle den ABL - eMH3, eMC3, eMH2 bei Hersteller & Typ
  2. Lobas: Wähle ABL - eMH3, eMC3, eMH2 bei Gerätetyp

Als Min. Ladestrom ist der Stromwert einzutragen, den das Lobas als minimalen Wert dem Ladepunkt als Sollwert vorgibt. Standardmäßig ist dieser auf 6A eingestellt. Es gibt einzelne E-Fahrzeuge, die erst ab einem Wert von 8A oder 10A den Ladevorgang beginnen. Sollte dies an dem Ladepunkt zu Problemen führen oder ist absehbar, dass ein Fahrzeug, das nur ab 8A an diesem Ladepunkt lädt, immer an diesem Ladepunkt lädt, sollte der Wert auf 8A oder sogar 10A angepasst werden. Allerdings führt das dazu, dass das Lobas diesen Ladepunkt erst für den Ladevorgang freigeben kann, wenn im gesamten Lastmanagement 8A oder 10A freie Leistung zur Verfügung stehen. Im Vergleich zu einer Einstellung von 6A führt das dazu, dass allgemein Ladepunkte später freigegeben werden.

Als Max. Ladestrom muss der Wert eingestellt werden, mit dem die Ladestation elektrisch angeschlossen ist (Auslegung elektrische Zuleitung und Konfiguration in der Ladestation beachten!). Der Standardwert entspricht 16A pro Phase. Die Ladestation hat eine maximale Ladeleistung von 16A. Normalerweise muss nichts angepasst werden.

Im Feld Phasen sollte Ermitteln eingetragen werden. Dadurch kann das Lobas automatisch aus den Daten der Ladestation ermitteln, ob das angeschlossene Auto ein-, zwei- oder dreiphasig lädt.

Im Feld Phasenrotation muss die reale Phasenrotation, mit der die Ladestation an das elektrische Verteilungsnetz vor Ort angeschlossen ist. Diese Angabe bezieht sich auf die Rotation der Phasen zwischen Anschlussklemme in der Ladestation und den angeschlossenen Phasen am Netzverknüpfungspunkt.

Bei der Ladestation ist der zweite Ladeport immer um 120° phasenverdreht. D.h. bei der Anlage des Punktes muss die real angeschlossene Phasendrehung dem Lobas angegeben werden.

  • Beispiel:
    • Ladepunkt 1 0° -→ Ladepunkt 2 = 120°
    • Ladepunkt 1 120° -→ Ladepunkt 2 = 240°

Troubleshooting bei OCPP 

Fehlerbild: Es wird nur mit 10A (oder dem vorkonfigurierten Fallbackwert) geladen, trotz voller Vorgabe des Lastmanagements.
  1. UrsacheDie Produktkonfiguration der Ladesäule ist falsch.
  2. HW/SW-Version1.8p3
  3. FehlerbehebungDie Gruppenkonfiguration muss auf statisch geändert werden. OCPP ist hier falsch deklariert. 
Fehlerbild: Keine Verbindung zum Lobas Backend, obwohl die Adresse des Webservers eingetragen worden ist und beide Geräte im selben Netzwerk sind.
  1. UrsacheDie Wallbox versucht via LTE eine parallele Verbindung aufzubauen. Diese ist an eine Adresse VPN-getunnelt. Die Wallbox kann deshalb den Lobas nicht im lokalen Netzwerk finden.
  2. HW/SW-Version1.8p3
  3. FehlerbehebungZur Anbindung an den Lobas muss die komplette LTE-Einstellung gelöscht werden, da die Wallbox sonst versucht, parallel zur Ethernet(LAN)-Verbindung, via LTE eine Verbindung zum Backend via OCPP aufzubauen und keine Verbindung mit dem Lobas hergestellt werden kann.
Fehlerbild: Die RFIDs, die in der lokalen Whitelist sind, sind nach Anbindung gelöscht und es ist keine Nutzerverwaltung mehr auf der Ladesäule möglich.
  1. Ursache: OCPP ist aktiviert und löscht damit automatisch die lokale Whitelist, da die Nutzerverwaltung über das OCPP Backend übernommen wird. 
    1. Dies kann der Lobas sein, oder ein Abrechnungsbackend wie reev oder Chargecloud.
  2. HW/SW-Version1.8p3
  3. Fehlerbehebung: RFIDs anlegen im jeweiligen Backend und den einzelnen Ladepunkten zuweisen.
  4. Im Lobas wird diese Funktion ab der Version 2.5.0 unterstützt. Sollten Sie über eine ältere Version verfügen updaten Sie ihren Lobas über die Funktion Konfiguration → Erweitert →Gerät Updaten



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