Energielenker Hilfecenter – Neuen Ladepunkt in Lobas anlegen

Neuen Ladepunkt anlegen

Gültig ab Lobas-Version V2.7.0

In diesem Artikel lernst du, wie du einen neuen Ladepunkt anlegst. Du kannst damit die Kommunikation, Ladeleistung, Phasenlage und viele weitere Eigenschaften eines Ladepunkts definieren.
Idea
Zur Hilfe kannst du auch diese Videoanleitung verwenden: Lobas verstehen - Ladepunkt anlegen

Voraussetzungen

  1. Admin- oder Konfigurationsrechte im System
  2. Optional: Zähler muss bereits im System angelegt sein

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Neuen Ladepunkt anlegen

  1. Melde dich an: Anmeldung im Webinterface
  2. Lege einen neuen Ladepunkt an. Klicke dazu auf den Button Hinzufügen > Ladepunkt hinzufügen.

2. Eigenschaften ausfüllen

Die Benutzeroberfläche ist in mehrere Kacheln aufgeteilt. Fülle diese der Reihe nach aus.
  1. Name: Name des Geräts (frei wählbar)
  2. Beschreibung: Freitext zur Beschreibung
  3. MQTT: Aktivieren, wenn Daten via MQTT veröffentlicht werden sollen
  4. Modbus TCP Server: Aktivieren, um Daten via Modbus TCP bereitzustellen

3. Kommunikation einstellen

Wähle im Dropdown-Menü Kommunikationsart den passenden Typ. Zur Auswahl steht Modbus RTU, Modbus TCP, URL (HTTP) oder OCPP.

Modbus RTU

Option
Beschreibung
ID
Modbus Slave ID (Standard: 1)
Baudrate
Geschwindigkeit der seriellen Verbindung
Datenbits
Anzahl der Datenbits (Standard: 0)
Stoppbits
1 oder 2 zur Markierung von Paketende
Parität
Fehlerprüfungsverfahren auswählen (z. B. None, Even, Odd)

Modbus TCP

OptionBeschreibung
IP AdresseIP-Adresse des Geräts
PortTCP-Port für Modbus-Kommunikation
IDModbus Slave ID (Standard: 1)

URL

OptionBeschreibung
URL AdresseAdresse des Geräts (z. B. http://...)
SSLAktivieren für HTTPS-Verschlüsselung

OCPP

OptionBeschreibung
Charge Point IDEindeutige ID des Ladepunkts im OCPP-Netzwerk
Connector IDID des Anschlusses am Ladepunkt (z. B. bei Mehrfachanschlüssen)

4. Gerätekonfiguration einstellen

Wähle den Gerätetyp deiner Ladestation aus. Die benötigten Einstellungen findest du im Datenblatt des Ladepunkt-Herstellers oder in unserer jeweiligen Anleitung zur Komponentenanbindung. 

OptionBeschreibung
GerätetypWähle den passenden Gerätetyp aus der Liste. Je nach Typ erscheinen zusätzliche Einstellmöglichkeiten.
Zähler anheftenOrdne einen bereits angelegten Zähler zu oder wähle Kein Zähler.

Min. Ladevorgang
Gib die Mindestladeleistung ein (mind. 6 A). Hinweis: Einige Fahrzeuge (z. B. Renault, Smart) benötigen höhere Startwerte.
Max. Ladevorgang
Gib den maximalen Ladestrom ein. Der Strom kann, je nachdem ob ein leistungsschwächeres Kabel angeschlossen ist, auch geringer sein. Der serienmäßig voreingestellte Strom beträgt 16 A, was der Stromaufnahme pro Phase eines 11 kVA-Ladepunkts entspricht. 
Hinweis: Wird dieser Wert nicht angepasst, wird die maximale Ladeleistung ggf. nicht ausgenutzt.
Fallback Ladestrom
Bei Verbindungsverlust der Ladeeinrichtung zum Lastmanagement wird mit diesem Wert das Laden fortgesetzt. (0 = Laden unterbrechen)
Phasen
Wähle die verwendeten Phasen oder automatisch (Erkennung über Zählerdaten).
Phasen Rotation
Um sicherzustellen, dass mehrere Fahrzeuge an verschiedenen Ladepunkten gleichzeitig geladen werden können, ist es wichtig, dass die Phasenlage bei der Installation im Vergleich zu anderen Ladepunkten gedreht ist. Die Einstellung dieser Phasen-Drehung erfolgt hier.

Empfehlung: Bei den Angaben sollte einheitlich vorgegangen werden, z.B.
1. Ladepunkt 0 Grad, 2. Ladepunkt 120 Grad, 3. Ladepunkt 240 Grad, 4. Ladepunkt wieder 0 Grad etc.

Lobas erkennt Phasen-Asymmetrien, sofern die Ladepunkte entsprechende Zähler haben bzw. Zähler angeschlossen sind, die den Strom der einzelnen Phasen ausgeben können. Bei einer Asymmetrie, die größer als 4,5kW ist, senkt Lobas automatisch den Ladestrom dieses Lade­punkts oder schaltet das Laden zeitweise ganz ab, bis die Phasen-Symmetrie wieder hergestellt ist.

Hinweis: Die Phasenrotation bezieht sich auf den Phasenunterschied zwischen Ladepunkt und Gebäude-Hauptphasen. Zähler und Ladepunkt müssen stets die gleiche Phasenrotation aufweisen. Die Anzeige der Phasen in der Auswahlbox im Webinterface gibt an, auf welche Phasen der Gebäudeinstallation sich die drei Phasen des Ladepunkts beziehen. Beispiel: Bei 120 Grad, L2, L3, L1 sind die Ladepunkt-Phasen L1, L2, L3 mit den Gebäude-Phasen L2, L3, L1 verbunden. 

Beispiel: Ein Fahrzeug lädt auf Phase L1 und der Ladepunkt ist mit einer Phasenrotation von 120 Grad angeschlossen, dann wird die Phase L2 im Gebäude belastet und im Webinterface angezeigt.
Ruhezustand
Einige Fahrzeuge versuchen sofort nachzuladen, sobald der Akku-Füllstand knapp unter das Lademaximum fällt. Durch dieses ständige kurze Nachladen gelangt das Fahrzeug in keinen energiesparenden Ruhezustand. Dadurch kann es vorkommen, dass am nächsten Morgen die 12V-Starterbatterie entladen ist. Das Lastmanagementsystem erkennt dies und blockiert das Laden dann für einen längeren Zeitraum, damit das Fahrzeug in den Ruhezustand übergehen kann.
Priorität
Ladepriorität: 3 = höchste, 0 = niedrigste. Standard: 1.

5. Typspezifische Einstellungen

Einige Gerätetypen verfügen über erweiterte, typspezifische Einstellungen. Details dazu findest du in der jeweiligen Anleitung zur Komponentenanbindung des Gerätetyps oder im Datenblatt des Herstellers.

6. OCPP Forwarding

Diese Einstellung brauchst du, wenn das Lastmanagement über OCPP läuft und ein Backend angebunden ist.

OptionBeschreibung
OCPP Forwarding URLURL des OCPP-Backends
OCPP Forwarding PasswortOptionales Passwort, falls kein Client-Token vorhanden
OCPP Forwarding Client IDClient-ID, mit der sich das System beim Backend meldet
Connector ID1 oder 2 zur Markierung von Paketende
ParitätAutomatisch vergebene ID zur Identifikation des Anschlusses


Tipps

  1. Beachte die Herstelleranforderungen deiner Fahrzeuge bei min. Ladevorgang.
  2. Wenn du Zählerdaten auswertest, achte auf die korrekte Phasenrotation – falsche Konfiguration kann Ladeprobleme verursachen.
  3. Bei starker Phasen-Asymmetrie (> 4,5 kW) senkt Lobas automatisch den Ladestrom oder stoppt den Ladevorgang.

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