Anbindungsanleitung: KEBA - DCA10

Anbindungsanleitung: KEBA - DCA10

Diese Anleitung beschreibt Schritt für Schritt, wie die Anbindung einer KEBA DCA10 Ladestation in das energielenker Lastmanagement-System Lobas erfolgt. Sie richtet sich an Installateure, Systemintegratoren und Administratoren und unterstützt dich dabei, alle relevanten Einstellungen korrekt vorzunehmen und typische Fehlerquellen zu vermeiden.

1. Allgemeine Voraussetzungen

  1. Kompatible Firmware-Version (https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/)
  2. Unterstützte energielenker Systeme: Lobas
  3. Feste IP-Adresse für die Ladestation
  4. Zugang zum energielenker System per IP-Adresse oder energielenker connect App. (IP-Adresse ist auf dem Display des Geräts zu sehen)
  5. Admin-Zugangsdaten für das energielenker System

Verfügbare Konfigurationsmöglichkeiten

✅ Lokales Web-UI der Ladestation
❌ Cloud-Web Portal des Herstellers
❌ Smartphone-App des Herstellers
❌ Windows-Konfigurations-App des Herstellers

Komponentenanbindung

Anbindung der Ladestation via Modbus TCP

LMB Version: 3.24.0-beta

Unterstützte Features

Die verfügbaren Features des Ladepunkts variieren je nach eingesetzter Kommunikationsschnittstelle.
  1. Granulare Sollwertregelung: Jeder einzelne Ladepunkt einer Ladestation kann individuell geregelt werden – im Gegensatz zu Systemen, die nur eine ladestationsweite Sollwertvorgabe erlauben.
  2. Pausierbarkeit des Ladevorgangs: Ladevorgänge an einzelnen Ladepunkten können vollständig pausiert werden – im Gegensatz zu Ladestationen, die zwar den Ladestrom regeln, aber keine vollständige Unterbrechung des Stromflusses zum Elektrofahrzeug erlauben.
  3. Phasenschieflastmonitoring: Ladepunkte, die eine Phasenschieflast verursachen, können gezielt erkannt und deren Ladestrom reduziert werden – relevant ausschließlich bei AC-Ladepunkten, da DC-Ladepunkte das Verteilnetz in der Regel gleichmäßig auf allen drei Phasen belasten.
  4. Zentrale Benutzerverwaltung (RFID): Eine zentrale Nutzerverwaltung ist nur bei OCPP-Anbindung der Ladestation möglich – einige Ladestationen übermitteln RFIDs nur, wenn diese zusätzlich lokal auf der Station hinterlegt sind, was eine zentrale Verwaltung verhindert.
  5. Ladevorgangstracking: Ladevorgänge an den Ladepunkten der Ladestation können vollständig nachverfolgt werden.

Benötigte Voraussetzung

  1. Die minimale Firmware-Version, die auf der Ladestation installiert sein muss, ist in unserer aktuellen Kompatibilitätsliste dokumentiert: https://energielenker.de/energielenker-certified-ladestationen/
  2. Die Ladestation muss eine feste IP-Adresse haben.
  3. Für die Konfiguration der Ladestation sind Zugriffsrechte auf Operator-Ebene erforderlich.

Step-by-Step: Konfiguration an der Ladestation

1. Die Maximale Leistung der Ladestation einstellen.


2. Modbus-Server aktivieren
Navigiere zu „Parameter → Powerunit → Erweiterte Funktionen“.
  1. Externe Kommunikation (Lastmanagement): auf „AKTIV“ stellen.
  2. Externe Kommunikation IP Port: kann kundenspezifisch eingestellt werden.
  3. Externe Kommunikation Typ: „Modbus Server Advanced für EMS“ auswählen.
  4. Ggf. muss der Port im Router der Ladestation durch den Service des Herstellers geforwarded werden.

3. Nicht benötigte Schnittstellen und Funktionen der Ladestation deaktivieren
Um Störeinflüsse für das Lastmanagement ausschließen zu können, sollten diese abgeschaltet werden.
  1. Falls nicht benötigt, den Silent-Mode deaktivieren.

  1. Nur die tatsächlich genutzten Ladepunkte aktivieren.

Step-by-Step: Konfiguration am energielenker System

1. Ladepunkt anlegen
  1. Lobas: Neuen Ladepunkt anlegen
2. Kommunikationseinstellungen
  1. Wähle als Kommunikationsart Modbus TCP
  2. Gebe die in der Ladestation vergebene IP-Adresse in das Feld IP-Adresse ein
  3. Gebe den konfigurierten Port ein
  4. Gebe als Modbus Slave ID 1 ein
  5. TCP Verbindung halten sollte auf Aktiv belassen werden.

3. Komponentenkonfiguration / Gerätekonfiguration
Nehme die elektrischen Einstellungen für das Gerät vor. Bei Lobas heißt dieser Abschnitt Gerätekonfiguration.
  1. Lobas: Wähle KEBA DCA10 bei Gerätetyp
Als Min. Ladestrom ist der Stromwert einzutragen, den das Lastmanagement als minimalen Wert dem Ladepunkt als Sollwert vorgibt. Dieser ist standardmäßig auf 10,15A einzustellen. Dieser Wert bezieht sich AC-seitig auf eine Phase und ergibt DC-seitig normiert ca. 7kW Wirkleistung.
Der im Lastmanagement zu konfigurierende Max. Ladestrom muss AC-seitig einphasig umgerechnet angegeben werden. Hat ein Ladepunkt bspw. eine maximale Leistung von 150kW, ergibt sich der zu konfigurierende Max. Ladestrom im Lastmanagement zu 217,3A: 150000W / 3 / 230V ≈ 217A

Für jeden Ladepunkt muss eine fortlaufende Con-ID vergeben werden, beginnend mit 1.


  1. Im Feld Phasen muss L1, L2, L3 eingetragen werden, da DC-Ladepunkte alle drei Phasen Verteilernetz-seitig gleich belasten.
  2. Im Feld Phasenrotation kann ein beliebiger Wert eingestellt werden, da Phasenrotation bei DC-Ladepunkten keinen Effekt hat.

Troubleshooting Modbus-TCP-spezifisch

  • Die Ladestation bietet ein eigenes Monitoring für das externe Lastmanagement: Unter Status → Powerunit → Externes Lastmanagement werden der Verbindungsstatus sowie die aktuelle Konfiguration (Aktiviert, Typ, TotalPowerLimit, ChargepointPowerLimit) angezeigt.