§14a EnWG - Technische Umsetzung mit Enbas
Mit dieser Anleitung erfährst du, wie du den Enbas (HEMS) korrekt zwischen Steuerbox und Wärmepumpe installierst, um die Vorgaben des § 14a EnWG zu erfüllen. Der Artikel richtet sich an Installateure und technisch versierte Eigenheimbesitzer.
Vorbereitungstipp: Klär vor Beginn mit dem Netzbetreiber, welche Schnittstellen und Signale zum Einsatz kommen. So stellst Du sicher, dass Steuerbox, Enbas und Verbraucher reibungslos zusammenarbeiten.
Benötigte Relaisschaltung
Enbas benötigt die dargestellte RelaisschaltungSicherheitshinweise
- Keine Netzspannung (230 V) über Schaltkontakte führen.
- Nur Schutzkleinspannung verwenden.
- Kabel mit passender Nennspannung und ausreichendem Querschnitt einsetzen.
- Vor Inbetriebnahme alle Anschlüsse und die Funktion der Steuerung prüfen.
Kabelanforderungen
- 2-poliges Signalkabel
- Querschnitt: 0,75 mm² pro Ader
- Nennspannung: für Schutzkleinspannung geeignet
- Maximale Kabellänge: 5 m
1. Enbas mit Wärmepumpe verbinden
Enbas übernimmt hier die Steuerfunktion für die Wärmepumpe.
Für genaue Angaben zur Position und Ausführung des Kontakts schau bitte in die Geräteanleitung des Wärmepumpenherstellers.
Anschluss:
- Wähle einen freien Relay Output (RO1 - RO4) des Enbas.
- Verbinde das Signalkabel mit dem gewählten Relay Output und der der Wärmepumpe.
- SG-Ready: Der Relay Output des Enbas muss mit dem SG1 der Wärmepumpe verbunden werden.
- EVU-Kontakt: Der Relay Output des Enbas muss mit dem EVU-Kontakt der Wärmepumpe verbunden werden.
- Über die EVU-Kontakte kann die Wärmepumpe typischerweise auf 4,2 kW gedrosselt werden.
Technische Hinweise:
- EVU-Kontakte arbeiten ähnlich wie Digital Inputs (typisch 24 V DC, << 1 A).
2. Enbas mit der Ladestation verbinden
Um die Ladestation mit Enbas zu verbinden, benötigst du keine zusätzliche Verkabelung. Enbas nutzt die bereits bestehende Verbindung der Ladestation, um alle Steuerbefehle zuverlässig zu übertragen.
3. Einstellungen im Wärmepumpen-Controller
Im Controller der Wärmepumpe muss festgelegt werden, wie auf das EVU-Signal reagiert wird.
In der Regel stehen zwei Optionen zur Verfügung:
- Wärmepumpe komplett abschalten
- Nur Heizstab deaktivieren
Empfehlung: Zieht deine Wärmepumpe ohne Heizstab maximal 4,2 kW, wähle bitte die Option ‚Nur Heizstab sperren‘. So bleibt deine Wärmepumpe auch während einer EVU‑Sperre aktiv und die Wärmeversorgung gesichert. Im Zweifel schau bitte ins Handbuch deiner Wärmepumpe.
Hinweis: Der Netzbetreiber darf das EVU-Signal maximal 2 Stunden pro Tag schalten.
4. Einstellungen im Enbas
Sind alle Komponenten verbunden und die Einstellungen im Wärmepumpen-Controller vorgenommen, muss im Enbas die netzdienliche Steuerung aktiviert werden.
- Öffne die Enbas‑Oberfläche (IP-Adresse im Browser eingeben oder die Energielenker Connect-App öffnen).
- Logge dich als Administrator (Benutzer: admin) ein.
- Gehe zu Komponenten → HEMS.
- Aktiviere im Formular die Option „Netzdienliche Steuerung“, wähle den Verbindungstyp und speichere die Einstellungen.
- Öffne anschließend die Komponenten‑Einstellungen deiner steuerbaren Verbraucher:
- Ladepunkt: Aktiviere auch hier die Option „Netzdienliche Steuerung“ und speichere die Einstellungen.
- Wärmepumpe: Aktiviere ebenfalls die Option „Netzdienliche Steuerung“, wähle den zugehörigen Digitaler Ausgang (Entsprechend des Relay Outputs) und speichere die Einstellungen.
5. FNN Steuerbox mit Enbas verbinden
Die Steuerbox empfängt das Steuersignal des Netzbetreibers und leitet es weiter.
Anschluss am Enbas:
- Verbinde das Signalkabel mit dem DI1 (Digital Input 1) des Enbas.
Steuerung testen:
Bevor du im nächsten Schritt die FNN‑Steuerbox endgültig verkabelst, empfehlen wir, die Steuerfunktion manuell zu testen.
- Kabel verbinden: Überbrücke die beiden Kabelenden, die vom DI1 des Enbas kommen, mit einer Kabelklemme.
- Reaktion abwarten: Warte einige Sekunden und prüfe, ob die Wärmepumpe daraufhin heruntergeregelt wird.
- Verbrauch im Dashboard prüfen: Falls die Wärmepumpe vor dem Test aktiv war, kannst du zusätzlich im Dashboard der Softwareoberfläche beobachten, ob der Gesamtverbrauch sinkt. Ein erkennbarer Leistungsabfall bestätigt, dass die Wärmepumpe korrekt angesteuert und heruntergeregelt wird.
- Funktion bestätigen: Wenn eine Reaktion sichtbar ist – entweder an der Wärmepumpe selbst oder im Verbrauchsverlauf – funktioniert die Steuerleitung. Du kannst die Kabelklemme lösen und mit der endgültigen Verkabelung fortfahren.
- Beachte: Nach dem Lösen der Überbrückung bleibt die Wärmepumpe mindestens 5 Minuten heruntergeregelt. Dies ist ein Sicherheitsmechanismus, um eine ständige Taktung der Wärmepumpe zu verhindern.
Anschluss an der Steuerbox:
- Verbinde das Signalkabel mit den Kontakten A und C des Relais W4 der FNN Steuerbox.
- Die Kontakte B und C sind normalerweise geschlossen. Wenn das Schaltsignal kommt, schaltet das Relais und A und C sind geschlossen.
- Reihenfolge der Anschlüsse spielt keine Rolle.
- Der Enbas liefert hier 4–5 V DC bei 2,8–3,7 mA und ist damit mit allen gängigen Steuerboxen kompatibel.
Wichtig: Keine 230 V an die Schaltkontakte anschließen! Der Enbas stellt die notwendige Kleinspannung selbst bereit.
6. Nachrüstung bei bestehender Steuerbox-Verbindung
Falls deine Wärmepumpe bereits direkt mit der Steuerbox des Netzbetreibers verbunden ist, sprich bitte vorher mit deinem Netzbetreiber ab, dass du ein HEMS zwischenschalten möchtest und welche Schaltungsvariante dafür vorgesehen ist.
Sofern die bestehende Schaltung mit der von uns vorgesehenen übereinstimmt und keine Einwände seitens des Netzbetreibers bestehen, befolge bitte die folgenden Schritte:
- Trenne diese Direktverbindung.
- Schalte den Enbas zwischen Steuerbox und Wärmepumpe.
- Der Enbas empfängt dann das Steuersignal und gibt es gemäß Konfiguration an die Wärmepumpe weiter.
7. Ablauf im Steuerfall
- Netzbetreiber sendet Steuersignal an die Steuerbox.
- Steuerbox schaltet Relais → Signal wird an Enbas weitergegeben.
- Enbas reduziert Leistung der angeschlossenen Geräte (z. B. Wärmepumpe).
- Nach Ende der Steuerung erfolgt automatisch die Rückkehr zum Normalbetrieb.
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