Energielenker Hilfecenter: Solarladen und Solar-Überschussladen im Lobas-System

Ladeleistung steigern mit Solarladen im Lobas-System

Gültig ab Lobas-Version: V2.7.0

In diesem Artikel erfährst du, wie du mit Hilfe von Solaranlagen deine Ladeleistung im Lobas-System steigern kannst – ohne den Netzanschluss auszubauen. Du lernst den Unterschied zwischen Solar-Überschussladen und Solarladen kennen und wie du die zusätzlichen Leistungen optimal einsetzt.


Grundlagen

Unterschied: Solar-Überschussladen vs. Solarladen

  • Solar-Überschussladen

    • Dein Fahrzeug lädt nur dann, wenn die PV-Anlage mehr Strom produziert als im Haushalt verbraucht wird.

    • Überschussstrom, der sonst ins Netz eingespeist würde, fließt ins Fahrzeug.

  • Solarladen

    • Neben dem Haushaltsverbrauch wird zusätzlicher Solarstrom berücksichtigt.

    • Netzstrom kann bis zu einem Limit ergänzt werden, das du in den Basiseinstellungen definierst.

    • So kannst du deine Ladeleistung variabel erhöhen, ohne den Netzanschluss zu erweitern.


Optimierung der Nutzung von Solarstrom

Du kannst mit Solarladen deine Ladeleistung flexibel anpassen:

  • Ladebeginn ab einer definierten Mindestleistung der Solaranlage (z. B. ab 3 A).

  • Netzstrom ergänzt den Rest bis zum eingestellten Maximalwert (z. B. 16 A).

👉 Beispiel:

  • Die Solaranlage liefert 3 A.

  • Der Lobas ergänzt bis zu 16 A aus dem Netz.

  • Damit startet der Ladevorgang unabhängig vom Eigenverbrauch.


Steigerung der maximalen Ladeleistung

Beispielrechnung:

  • Netzanschluss erlaubt max. 30 A.

  • Solaranlage liefert zusätzlich 30 A pro Phase (z. B. 21 kWp Anlage).

  • Gesamtleistung = 60 A → mehr Ladeinfrastruktur möglich, schnellere Ladeprozesse.

Diese Einstellung kannst du im Lobas so konfigurieren:

  • Basiseinstellungen: wenn der Erzeuger am Netzverknüpfungspunkt einspeist.

  • Ladegruppen: wenn der Erzeuger in einer eigenen Absicherung / Unterverteilung arbeitet.


Konfiguration in Ladegruppen

Gruppenkonfiguration

  • Max. Gesamtstrom (mA): Absicherung der Ladeinfrastruktur an der Unterverteilung.

  • Max. Ladestrom (mA): Maximal möglicher Wert der Ladeinfrastruktur.

👉 Beispiel:

  • 2 Ladepunkte mit je 22 kW Ladeleistung.

  • Unterverteilung nur mit 16 A (11 kW) abgesichert.

  • Ohne Erzeuger: Auf beide Ladepunkte werden max. 11 kW verteilt.

  • Mit Erzeuger: Wert kann um die erzeugte Leistung erhöht werden (sofern Absicherung/Leitungen dies zulassen).

Zuordnung

  • Wähle die Ladesäulen, die an derselben Unterverteilung hängen.

Zähler

  • Wähle die Zähler der Erzeuger.

  • Falls ein Ladepunkt einen eigenen Zähler hat, muss dieser ebenfalls zugeordnet sein.

  • Hinweis: Der Zähler muss im Ladepunkt unter Einstellungen → Zähler anheften eingetragen sein.


Praxisbeispiel: Ladegruppe mit 11 kW Solaranlage

  • Parkplatz der Geschäftsführung mit eigener Unterverteilung, abgesichert mit 16 A.

  • Auf der Überdachung des Parkplatzes: PV-Anlage mit 11 kW Leistung.

  • Ziel: Ladeleistung durch Solarstrom erhöhen.

Ergebnis:

  • Ohne Solarstrom: max. 16 A Ladeleistung.

  • Mit Solarstrom: max. 32 A Ladeleistung.

  • Der zusätzliche Strom wird dynamisch abhängig von der Sonneneinstrahlung bereitgestellt.

👉 Vorteil: Die Fahrzeuge laden schneller, ohne dass der Netzanschluss erweitert werden muss.


Zusammenfassung

  • Mit Solarladen kannst du deine Ladeleistung erhöhen, ohne Netzanschluss-Ausbau.

  • Konfiguriere die Limits in den Basiseinstellungen oder Ladegruppen.

  • Achte auf die Absicherung der Unterverteilungen und die richtige Zuordnung der Zähler.

  • Praxisbeispiele zeigen, dass sich Ladeleistungen z. B. von 16 A auf 32 A steigern lassen.